München - Pep Guardiola erlebt seinen bittersten Moment bei Manchester City. Trotz hoher Ausgaben ist an der Bilanz seines Klubs kein Fortschritt abzulesen.

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Manuel Pellegrini dürfte es ganz gut gehen.

Mit seinen mittlerweile 63 Jahren macht sich der Chilene nicht mehr verrückt, schließlich arbeitet er inzwischen fernab von Europa, bei Hebei Fortuna in China, und kassiert mit umgerechnet 18 Millionen Euro pro Saison so viel wie kein anderer Fußball-Trainer auf diesem Planeten.

Rund 7800 Kilometer Luftlinie von seinem Schlaraffenland entfernt sah Pellegrini seinen Ex-Klub Manchester City am Mittwochabend in der Champions League scheitern. Im Achtelfinale.

Gegen den AS Monaco. Mit dem angeblich besten Coach der Welt. Dem, für den er seinen Platz ohne ein großes Dankeschön der City-Bosse freiräumen musste.

Guardiola erniedrigt

"Ich habe in allen Sitzungen versucht, die Spieler zu überzeugen, hierher zu kommen, anzugreifen und zu gewinnen. Mein Fehler war, dass ich es nicht geschafft habe, sie zu überzeugen. Ich habe es in der zweiten Halbzeit geschafft, aber es war zu spät", sagte Pep Guardiola nach seinem größten Debakel auf der europäischen Bühne - bei dem seine Defensive einmal mehr wunder Punkt war.

Guardiola und sein Starensemble, das seit seiner Ankunft immerhin mit 222 Millionen Euro verstärkt wurde, haben das wichtigste Saisonziel bereits in der ersten K.o.-Runde kläglich verfehlt. Gegen einen zweifellos unangenehmen, ehrenwerten Gegner - aber eben gegen keinen übermächtigen.

Kevin De Bruyne kostete mit seinen 74 Millionen Euro allein mehr als die gesamte Elf (72 Millionen Euro), die Monacos Erfolgscoach Leonardo Jardim auf den Rasen schickte. 

Kein Fortschritt seit Pellegrinis Aus

Für Guardiola entpuppt sich diese bittere Erfahrung als Novum. Nach seinen erfolgreichen Jahren in Barcelona und München ist er ans Halbfinale gewöhnt. Mindestens.

Genau dieses hat sein Vorgänger Pellegrini übrigens in der abgelaufenen Saison erreicht. Gegen den späteren Titelträger Real Madrid war nach einem 0:1 nach Hin- und Rückspiel Endstation.

Das spielerische Niveau am Ende der Ära Pellegrini, gerade das in den Spielen gegen Real: ein anderes Thema.

Guardiola wurde ja genau deswegen geholt, um es anzuheben - und hat von Pellegrini einige Kader-Altlasten geerbt, die ihm nur bedingt ins Konzept passen.

An den Ergebnissen aber ist der Fortschritt, der trotz allem sein Anspruch ist, nicht recht abzulesen. Guardiola ist statistisch betrachtet keineswegs besser als Pellegrini. Sein Vorgänger hat in der Champions League sogar einen erfolgreicheren Punkteschnitt als er vorzuweisen.

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In der Liga ist Guardiolas Bilanz etwas besser, die Meisterschaft aber auch für ihn in weite Ferne gerückt.

Kein Wunder also, dass der seriöse Guardian City Stagnation attestiert: "Die Niederlage zeigte deutlich das Ergebnis einer Prüfung, welchen Fortschritt das Team unter Guardiola in dieser Saison gemacht hat - falls es überhaupt einen gemacht hat." (Pressestimmen zum City-Aus)

Nur noch eine Titel-Chance

Spitzenreiter Chelsea ist schon auf zehn Punkte enteilt, nur ein Wunder kann die Blues auf dem Weg zu ihrer sechsten Meisterschaft noch stoppen.

City bietet sich damit nur noch die Chance auf den FA Cup. Im Halbfinale kommt es am 22. April ausgerechnet zum Krisen-Duell mit Arsene Wengers FC Arsenal.

Egal wie diese Partie ausgeht: Guardiola wird noch viel Zeit und Geld brauchen, um City auf Vordermann zu bringen und mit dem Zauber zu versehen, den seine Mannschaften jahrelang auszeichneten. Wie viel davon ihm die City-Bosse geben, ist die andere Frage.

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