Carles Puyol (l.) ist der Berater von Marc Bartra und sprach vor dem Achtelfinale der UEFA Champions League mit SPORT1
Barca-Legende Carles Puyol (l.) ist der Berater von Marc Bartra © SPORT1-Grafik: Getty Images/Imago/Marc Tirl

München und Dortmund - Marc Bartra konnte die Erwartungen beim BVB lange nicht erfüllen. Vor dem Spiel gegen Benfica erklärt sein großer Förderer SPORT1, warum der Wechsel trotzdem richtig war.

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Es wird oft vergessen, wie viele spätere BVB-Helden schon als Fehleinkäufe abgestempelt worden sind.

Unter anderem war das bei Robert Lewandowski, Henrik Mkhitaryan oder Ilkay Gündogan der Fall – allesamt absolute Leistungsträger, die nach überwundenen Anlaufschwierigkeiten später für viele Millionen Euro verkauft wurden.

Auch Marc Bartra konnte die großen Erwartungen in Dortmund in der Hinrunde nicht erfüllen. Immerhin kam der 26-Jährige als spanischer EM-Teilnehmer und zweifacher Champions-League-Sieger vom FC Barcelona.

Doch für den acht Millionen Euro teuren Innenverteidiger war die Rolle als Nachfolger von Mats Hummels zunächst zu groß, obwohl der Spielstil der beiden viele Ähnlichkeiten aufweist.

Bartras Auftreten wirkte oftmals ungelenk, Stellungsspiel und Abstimmung mit den neuen Teamkollegen passten nicht, hinzu kamen immer wieder unnötige Fehler.

Nur elf Einsätze in den ersten 20 Spielen

Nur elfmal in den ersten 20 Bundesligaspielen kam er zum Einsatz und saß sogar siebenmal die kompletten 90 Minuten über auf der Bank. Der hochgelobte Zugang war eher Wackelkandidat denn Stammspieler.

Dennoch stellte Bartra seinen Schritt ins unbekannte Deutschland nie in Frage, sagt einer, der ihn von klein auf kennt: Carles Puyol, Berater und väterlicher Freund sowie als langjähriger Barca-Kapitän früher das große Vorbild des in der legendären Jugendakademie La Masia ausgebildeten Bartra.

"Ich spreche fast täglich mit Marc. Er ist zufrieden und entwickelt sich sehr gut", sagt Puyol im Gespräch mit SPORT1.

"Es war genau die richtige Entscheidung von ihm, in die Bundesliga zu wechseln. Dort kann er weiter wachsen und Titel gewinnen."

Die Eingewöhnung im rauen Ruhrgebietsklima ist jedenfalls abgeschlossen: Mittlerweile steht Bartra in der Startelf und hat maßgeblichen Anteil an der deutlichen verbesserten Dortmunder Defensive.

"Von Tag zu Tag fühle ich mich wohler"

"Am Anfang war es nicht ganz einfach, weil es eine große Veränderung war", gibt Bartra zu. "Aber von Woche zu Woche und Tag zu Tag fühle ich mich wohler in der Mannschaft und auch in der Stadt."

Das habe "positiven Einfluss auf meine Leistung", meint der Katalane. "Ich bin in einem der besten Klubs Europas."

Auch sein Mentor Puyol lobt den BVB und seinen Coach. "Marc ist in einer starken, sehr jungen Mannschaft. Und er hat einen hervorragenden Trainer, dessen Spielstil sehr ähnlich zu dem von Barca ist", sagt der Weltmeister von 2010 SPORT1.

Deshalb war zumindest die sportliche Umstellung nicht ganz so groß, erklärt Bartra. "Es gibt eine große Ähnlichkeit zu den Dingen, die wir beim FC Barcelona im Training gemacht haben", sagt der Nationalspieler, weshalb er Thomas Tuchel auch als absolut geeignet für den Posten des Cheftrainers bei seinem Heimatklub sieht. "Er hat das passende Profil für den FC Barcelona."

Tuchel schwärmt: "Er ist ein Perfektionist"

Die Wertschätzung beruht auf Gegenseitigkeit. "Er hat ein Feuer in sich, das einfach guttut. Er ist immer zu 100 Prozent da, will jeden Zweikampf und Pass erfolgreich gestalten. Er ist ein Perfektionist", schwärmt Tuchel.

Bartra sei endlich beim BVB "angekommen", ergänzt der Coach. "Für ihn sind jetzt die Abläufe viel klarer. Er ist drin im Tun und Handeln und kann das auf einem sehr hohen Niveau für uns spielen."

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