München und London - Die Zukunft von Arsene Wenger bei Arsenal ist mehr als fraglich - das wahrscheinliche Aus in der Champions League gegen den FC Bayern München dürfte seinen Kritikern zusätzliches Feuer geben.

So ehrlich die warmen Worte von Carlo Ancelotti auch gemeint waren, wirklich helfen dürften sie Arsene Wenger nicht.

"Ich fühle mit ihm - als Trainer und als Mensch", sagte der Bayern-Coach über die Kritik an seinem Kollegen vom FC Arsenal: "Ich habe ein gutes Verhältnis zu ihm und viel Respekt vor ihm."

Dennoch zählt für den Italiener im Achtelfinal-Rückspiel in der Champions League am Abend (ab 20.15 Uhr LIVE in unserem Sportradio SPORT1.fm und im LIVETICKER) nur der sportliche Erfolg. Und während sich dieser bei den Bayern spätestens seit dem überzeugenden 5:1-Sieg im Hinspiel vor drei Wochen eingestellt hat, war die Klatsche für Wenger und die Gunners nicht der einzige Tiefschlag in den letzten Wochen.

Unruhe auf und neben dem Platz

Um das in den vergangenen Jahren fast schon zur Tradition gewordene Achtelfinal-Aus in der Königsklasse abzuwenden, hilft Arsenal nur noch ein Wunder. Schließlich laufen die Londoner auch in der Premier League seit Wochen ihrer Form hinterher.

Nach nur einem Sieg aus den vergangenen vier Spielen rutschte Wengers Team am Wochenende auf Platz fünf ab. Die erneute Qualifikation für die Champions League ist ernsthaft in Gefahr.

Zuletzt sorgte ein vermeintlicher Trainingszoff mit Offensivstar Alexis Sanchez für zusätzliche Unruhe.

Die Kritik an Wenger ist in seiner 20. Saison als Coach des FC Arsenal so massiv wie nie. Der Kredit des 67-Jährigen bei den Fans scheint aufgebraucht.

Sein Vertrag läuft im Sommer aus. Auch wenn der Klub offenbar weiterhin die Zusammenarbeit mit seinem langjährigen Coach verlängern will, scheint ein Ende der Ära Wenger nicht ausgeschlossen. Eine erneute Klatsche gegen die Bayern dürfte seine Position jedenfalls nicht stärken.

Was sind schon zwei Wochen in 20 Jahren?

Doch Wenger will sich nicht kampflos ergeben. Die Fans forderte er auf der Pressekonferenz am Montag auf, das große Ganze zu sehen.

"Ich bin hier seit 20 Jahren und denke, dass ich den Klub aufgebaut habe. Es ist wichtig für mich, dass wir immer erfolgreich sind und deswegen habe ich mir selbst etwas Zeit gegeben", sagte Wenger. Eine Entscheidung über eine mögliche Vertragsverlängerung nach diesen 20 Jahren sei nicht zwingend von zwei Wochen abhängig.

Offenbar laufen aber bereits Planungen für die Zeit nach Wenger. Wie der Telegraph berichtet, gilt der frühere Gunners-Stürmer Thierry Henry als Wunschkandidat der Eigentümer um Stan Kroenke. Als Sofortlösung stünde der Franzose jedoch nicht zur Verfügung, da Henry momentan erst am Erhalt seiner UEFA-Pro-Lizenz arbeitet.

Ribery: "Er ist noch nicht fertig"

Ein vorzeitiges Aus Wengers gilt daher als unwahrscheinlich. Weiteren Zuspruch erhält der Elsässer vom Gegner aus München.

"Das ist eine schwere Situation für Arsene, aber wir dürfen nicht vergessen, was er für Arsenal geleistet hat und wie viele Titel er gewonnen hat", sagte Bayern-Star Franck Ribery, "für mich ist er ein großer Trainer. Ich glaube, er ist noch nicht fertig."

Und auch Ancelotti glaubt noch an seinen Kollegen: "Arsene ist ein sehr erfahrener Trainer und ich bin mir sicher, dass er diese Situation bewältigen wird."

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