London - Eine Halbzeit lang darf Arsenal auf das Wunder hoffen, doch nach einer Roten Karte landen die Bayern noch einen Kantersieg. Doch die Beteiligten legen den Finger in die Wunde.

Am Ende stand ein weiteres Tor-Festival auf dem Papier. Ein wirkliches Glanzstück hat der FC Bayern im Achtelfinal-Rückspiel der Champions League jedoch nur in Halbzeit zwei abgeliefert. Dass das 5:1 (0:1) beim FC Arsenal deutlich zu hoch ausfiel, darüber waren sich auch die Münchner einig.

"Das Resultat passt nicht dazu, was bis zum Elfmeter passiert ist. Bis dahin haben wir einen pomadigen Auftritt hingelegt. Die ersten 50 Minuten waren nicht gut", sagte Weltmeister Mats Hummels bei Sky und konnte nicht leugnen, dass das deutliche Hinspiel-Resultat bei der Herangehensweise eine Rolle gespielt hat.

"Wir haben immer gesagt, dass wir das nicht auf die leichte Schulter nehmen dürfen. Dennoch war es so, dass nicht alle von Anfang an 100 Prozent auf den Platz gebracht haben", monierte Hummels. (Die Stimmen zum Spiel)

Der Knackpunkt, auf den Hummels anspielte: der Platzverweis gegen Laurent Koscielny (55.).

Koscielny sieht wegen Torrichter Rot

Der Franzose hatte den zuvor im Abseits stehenden Robert Lewandowski im Strafraum umgestoßen und nach Intervention des Torrichters wegen Notbremse die Rote Karte gesehen. Bis zu diesem Zeitpunkt lag Arsenal durch den Treffer des starken Theo Walcott (20.) noch in Führung.(Das Spiel zum Nachlesen im Ticker)

Nachdem Robert Lewandowski den fälligen Elfmeter verwandelte, dominierte Bayern in Überzahl. Arjen Robben (67.) brachte die Gäste freistehend in Führung, der eingewechselte Douglas Costa (78.) und Arturo Vidal (80. und 85.) schraubten das Ergebnis in die Höhe.

Zum vierten Mal ist der FC Bayern damit für Arsenal die Endstation in einem Achtelfinale der Königsklasse. (Spielplan und Ergebnisse der Champions League)

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In Euphorie vermochten die Münchner trotz des Erfolgs jedoch nicht verfallen. "Es war ein schwieriges Spiel. Wir hatten Probleme. Arsenal hat gedrückt, da haben wir zu viele Räume gelassen", sagte Trainer Carlo Ancelotti. "Wir mussten nach dem 5:1 im Hinspiel die richtige Einstellung finden. Nach dem Elfmeter hatten wir mehr Kontrolle."

Rummenigge will nicht vom Triple träumen

Für den nächsten Schritt Richtung Titel-Triple muss eine Leistungssteigerung her, darüber sind sich auch die Bosse im Klaren. 

"Wir tun gut daran, dass wir das step-by-step angehen", meinte Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge. "Wir haben es 2013 mit Jupp Heynckes gut gemacht, dass wir die Gegner in Ruhe abgearbeitet haben. Wir haben das auch mit einem Schuss Demut getan. Wir sollten jetzt nicht träumen, sondern abwarten, wen wir bekommen."

Gegen Arsenal, das seit 2009/10 nicht mehr über das Achtelfinale hinauskam, ließ Ancelotti trotz des komfortablen Polsters seine vermeintlich stärkste Elf beginnen - einmal mehr ohne Thomas Müller. (Torjäger der Champions League)

Walcott schockt Bayern

Nach verteilter Anfangsphase bekamen die Gastgeber nach einer Viertelstunde Oberwasser und drängten die Münchner immer mehr in die Defensive.

Beim Führungstor überwand Walcott fast von der Außenlinie Neuer, der die Fäuste nicht schnell genug hochriss, aus kurzer Entfernung mit einem Schuss unter die Latte. 

Die Nachlässigkeiten bei den Münchnern hörten nach dem Wechsel nicht gleich auf. Giroud (49.) kam dem zweiten Arsenal-Treffer ziemlich nahe.

Die Bayern profitierten dann aber von dem Foul Koscielnys, dessen Aus ähnlich wie im Hinspiel, als er verletzt runter musste, Arsenals Untergang einleitete.

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