Über 50 Fans konnten den Münchner Sieg im Geisterspiel bei ZSKA aus einem Hochhaus sehen

Etwa 55 Fans des FC Bayern haben am Dienstag das 1:0 (1:0) in der Champions League bei ZSKA Moskau trotz Stadionsperre verfolgt und durften sich dabei der Unterstützung ihres Vereins erfreuen.

Der deutsche Rekordmeister beglich die Rechnung für ein 70 Quadratmeter großes Appartement im 18. Stock eines Hochhauses, aus dem die Anhänger beste Sicht auf den Rasen hatten.

Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge sagte bei SPORT1: "Die Aktion war uns bekannt und mein Kollege Jan Dreesen (Finanzvorstand des FC Bayern, Anm. d. Red.) hat ja auch die Miete für das Spiel heute beglichen."

Rummenigge erklärte aber auch: "Es ist natürlich für die Fans auch nicht befriedigend, weil die sind gewohnt, in der Kurve zu stehen und nicht irgendwo in einem Hochhaus."

Moskau war von der UEFA wegen rassistischer Fangesänge mit dem "Geisterspiel" bestraft worden, einige Bayern-Anhänger hatten trotzdem die Reise angetreten. "Die Russen hier oben sind gastfreundlich und servieren uns gebratene (!) Weißwurst. Da haben sie wohl etwas falsch verstanden", twitterten die Anhänger während der Begegnung und verkündeten wenig später: "Die Optimisten unter uns meinen, dass man im Gästeblock in Barcelona auch nicht näher dran ist."

Nach dem Schlusspfiff riefen die Fans in Richtung Stadion und blinkten mit Taschenlampen. Bayern-Kapitän Philipp Lahm bedankte sich winkend für die Unterstützung.

"Ich habe erst nach dem Spiel erfahren, dass die Leute sich das Spiel in einem Hochhaus anschauen. Das ist natürich sensationell, das freut uns sehr", sagte Lahm bei SPORT1.

Auch Thomas Müller war begeistert von der Aktion: "Die Auswärtsfans von Bayern München lassen sich immer etwas Spezielles einfallen. Das zeigt einfach, dass sie unbedingt zuschauen wollten. Das ist überragend."

Der Nationalspieler hätte sich aber noch etwas mehr Unterstützung von den Hochhaus-Fans gewünscht: "Leider haben sie es nicht geschafft, ein Megaphon aufs Stadiondach zu legen und das dann via WLAN oder sonst was zu aktivieren", witzelte Müller bei SPORT1.