Tranquillo Barnetta und Schalke enttäuschten gegen Maribor. ZUM DURCHKLICKEN: Die Bilder der Dienstagsspiele

Dem Derby-Rausch folgte der Europapokal-Kater für Schalke 04.

Drei Tage nach dem 2:1 im Ruhrpott-Klassiker gegen Borussia Dortmund kamen die Königsblauen in der Champions League gegen den krassen Außenseiter NK Maribor nach enttäuschender Leistung nicht über ein 1:1 (0:1) hinaus.

Die Gelsenkirchener verspielten damit wieder ihren guten Start in die Königsklasse mit dem überraschenden 1:1 beim Topfavoriten FC Chelsea. 

In einer uninspirierten ersten Halbzeit geriet der Bundesliga-Zehnte durch ein umstrittenes Tor von Damjan Bohar in Rückstand (37.).

Der schon gegen Chelsea erfolgreiche Klaas-Jan Huntelaar glich mit seinem insgesamt 43. Europapokaltreffer aus (56.). 

Zum dritten Pflichtspielsieg in Folge reichte es trotz einer Leistungssteigerung in der zweiten Hälfte aber nicht mehr.

Draxler wieder im Team

Nach seiner Rotsperre in der Bundesliga kehrte Weltmeister Julian Draxler ins Team zurück. Doch Schalke-Trainer Jens Keller rotierte trotz insgesamt acht verletzter Spieler auch auf drei anderen Positionen - zu viel.

Der Schwung der beiden ersten Bundesligasiege in Bremen (3:0) und gegen Dortmund ging verloren. Neben Draxler rückten auch Christian Fuchs, Kaan Ayhan und Tranquillo Barnetta in die Startelf, Atsuto Uchida, Marco Höger und Max Meyer erhielten eine Verschnaufpause.

Sidney Sam fehlte wegen muskulärer Probleme. Nach der schwachen ersten Hälfte korrigierte Keller seine Aufstellung und brachte Rechtsverteidiger Uchida doch noch.

Passives Abseits beim 0:1

Dessen Vertreter Ayhan hatte durch ganz schlechtes Stellungsspiel unter anderem das 0:1 ermöglicht.

Ein Querpass von Mitja Viler reichte, um die Schalker Abwehr auszuspielen: Bohar kam völlig frei zum Schuss.

Allerdings reklamierten die Königsblauen abseits: Der Brasilianer Tavares hatte Torhüter Ralf Fährmann die Sicht genommen. "Der Stürmer steht vor Ralle und berührt ihn sogar leicht", sagte der verletzte Kapitän Benedikt Höwedes: "Aus meiner Sicht ist das abseits."

Besondere Atmosphäre kommt nicht auf

Nach dem Derby-Triumph hatte zwar die Hymne vor dem Anpfiff auf die Champions League eingestimmt. Doch die besondere Atmosphäre der Königsklasse wollte nicht aufkommen.

Der Gegner international zweitklassig, einige Stammkräfte auf der Bank und Lücken auf der Tribüne - nach dem Bundesliga-Fest gegen den BVB war grauer Alltag angesagt.

Maribor verschanzte sich vor 47.997 Zuschauern in der eigenen Hälfte, Schalke spielte Powerplay wie im Eishockey.

Heber von der Mittellinie

Für den ersten Aufreger sorgten jedoch die Slowenen. Im Anschluss an einen Eckball der Königsblauen versuchte es Dare Vrsic mit einem Heber fast von der Mittellinie - über Fährmann, aber auch über die Latte hinweg (11.).

Die Schalker kombinierten zu langsam, ohne überraschende Ideen. Beim letzten Pass und im Abschluss fehlte zudem die Präzision. So wurde es das befürchtet zähe Spiel. Die erste nennenswerte Chance hatte Kevin-Prince Boateng mit einem Kopfball (26.).

Schlussoffensive ohne Erfolg

Nach einer halben Stunde wurden die Slowenen etwas mutiger, und Fährmann musste bei einem Schuss des Brasilianers Tavares erstmals eingreifen (31.). Wenig später fiel das 0:1.

Eine Einzelaktion von Huntelaar brachte in der zweiten Halbzeit den Ausgleich. Der Niederländer erzielte sein 24. Europapokaltor für die Königsblauen.

Die Schalker gingen nun mit deutlich mehr Engagement zu Werke und hatten Pech bei Draxlers Schuss aus der Drehung (60.) und Boatengs Aufsetzer (65.). In der Schlussphase fehlt es allerdings an Ideen, um doch noch den Siegtreffer zu erzielen.