München - Arjen Robben verpasst die WM und erklärt anschließend seinen Rücktritt aus der Nationalelf. Jupp Heynckes und dem FC Bayern spielt das in die Karten.

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Diese Länderspielpause wird Arjen Robben so schnell wie möglich vergessen wollen.

Der Superstar des FC Bayern gab alles, um die Niederlande noch zur Weltmeisterschaft nach Russland zu führen, doch das Wunder von Amsterdam blieb aus.

Dass sein Doppelpack beim 2:0-Heimsieg gegen Schweden nicht reichte, tat am Ende sogar Jupp Heynckes leid.

"Ich finde es grundsätzlich schade, dass sich eine so große Fußball-Nation wie Holland nicht qualifiziert hat", sagte der Bayern-Trainer im Ingolstädter Audi Forum am Mittwoch: "Und es ist natürlich sehr schade für Arjen. Er hätte sich noch ein großes Turnier verdient."

Robben legt den Fokus voll auf Bayern

"Don Jupp" dürfte Robbens Scheitern auf lange Sicht jedoch in die Karten spielen - denn der Flügelflitzer bestätigte nach dem Oranje-Aus zugleich seinen Rücktritt aus dem Nationalteam

"Mir war bewusst, dass es heute das letzte Mal ist. Ich spiele bei einem Topklub in Europa. Ich will mich jetzt ausschließlich auf Bayern konzentrieren", stellte Robben nach seinem letzten starken Auftritt für die Elftal klar. Weniger Reisestress, mehr Fokus auf den Verein - den FCB wird's freuen. Zumal Robben mit seinen 33 Jahren zum älteren Semester und den verletzungsanfälligsten Spielern im Kader des Rekordmeisters zählt.

"Arjen ist ein Profi, den man nur selten antrifft. Er ist hoch professionell und hat eine Eigenmotivation wie ganz wenige Spieler", schwärmte Heynckes. 

Keine Zweifel am Alter

In der laufenden Saison stehen noch zwei Länderspielpausen an: vom 6. bis zum 14. November und vom 19. bis zum 27. März. Vor allem letzterer "Break" könnte zu einem echten Trumpf für die Münchner werden, weil in diesem Zeitraum der heiße Endspurt mit vielen englischen Wochen anbricht.

Dass ein ausgeruhter Robben in dieser Phase Gold wert sein kann, hat Borussia Dortmund im Champions-League-Finale 2013 schmerzhaft erfahren.

"Er ist noch topfit und immer noch ein Fanatiker, was den Fußball angeht. Gegen Schweden hat er gezeigt, dass er immer noch der Beste ist", sagte Robbens langjähriger Nationalmannschaftskollege Rafael van der Vaart bei SPORT1 und prophezeite: "Arjen wird für die Bayern noch ganz wichtig werden."

Auch Heynckes sieht in dem fortgeschrittenen Alter Robbens kein Problem: "Das spielt bei ihm keine große Rolle. Er kann dieses und sicher auch noch nächstes Jahr auf ganz hohem Niveau spielen."

Auch mehr Pausen für Vidal und Alaba

Doch nicht nur Robben wird sich in nächster Zeit besser regenerieren können. Mit dem Chilenen Arturo Vidal und dem Österreicher David Alaba verpassen zwei weitere Leistungsträger ebenfalls die WM. 

Sie sind zwar nicht zurückgetreten, bestreiten im nächsten Kalenderjahr aber nur Freundschaftsspiele. Es geht um nichts. Gut möglich also, dass ihre Nationaltrainer ihnen auch die eine oder andere Pause zugestehen.

Vor allem Mittelfeldkämpfer Vidal war in den vergangenen Monaten nach den kräftezehrenden Qualifikationsspielen immer wieder angeschlagen und übermüdet aus Südamerika zurückgekehrt.

Aus diesem Grund musste er auch das zweite Training unter Heynckes am Dienstag wegen einer Muskelverhärtung abbrechen. Mit einer längeren Ausfallzeit ist jedoch nicht zu rechnen.

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