Karl-Heinz Rummenigge warnt nach dem Neymar-Transfer vor Unverhältnismäßigkeit. Statt eines ähnlichen Deals liegen seine Prioritäten woanders.

Karl-Heinz Rummenigge sieht den 222-Millionentransfer von Neymar zu Paris St. Germain als Gefahr für die Rationalität im Fußball.

"Die Fans verlieren den Bezug", mahnt der Vorstandsvorsitzende des FC Bayern München in der Sport Bild. Einen ähnlichen Deal wie Neymar kann sich Rummenigge beim deutschen Rekordmeister nicht vorstellen: "Wir als FC Bayern müssen eine andere Philosophie fahren: Wir wollen das nicht und wir können das auch nicht. Das ist auch in Ordnung so. Das wird auch von der Öffentlichkeit und unseren Fans, so denke ich, für richtig empfunden."

Neymar? Lieber ein Stadion

Für Rummenigge wäre ein Stadion wichtiger als ein Weltstar im Ausmaß des Neymar-Deals: "Ich habe mir im Zuge der Neymar-Verpflichtung die Frage gestellt, was wichtiger wäre: Neymar oder eine Allianz Arena? Da muss ich klar sagen, dass uns die Arena lieber und wichtiger wäre. Wobei der Neymar-Transfer im Gesamtvolumen noch teurer war."

Politik gefordert

Die Zahlen des Neymar-Transfers sollten auch die Politik wachrütteln. "Die Politik hat hier große Verantwortung bei der Entwicklung von Ablösesummen. Zuerst kam der Fall Bosman. Das war der Anfang", erklärte Rummenigge, der der Politik auch eine Mitschuld an der Entwicklung gibt.

"Bevor 2011 Financial Fairplay eingeführt wurde, war ich diverse Male mit dem damaligen UEFA-Präsidenten Michel Platini in Brüssel bei der EU-Kommission. Es gab ein Ziel: die Einführung des Salary Caps (Anm. der Red.: Gehaltsdeckelung wie im US-Sport) auf europäischer Ebene. Das ist immer abgelehnt worden. Ich frage mich, warum die Politik vor 2011 nicht den gemeinsamen Wunsch der UEFA sowie der Klubs unterstützt hat. Mit Hilfe der Politik hätten wir alles lösen können."

Financial Fairplay nicht so einfach

Auch die Umsetzung des Financial Fairplays sieht Rummenigge kritisch: "Die UEFA wollte den Fußball in ein rationales Fahrwasser führen. Da dies von der Politik mit dem Verweis auf die Wettbewerbsfreiheit abgelehnt wurde, hat die UEFA Financial Fairplay eingeführt. Financial Fairplay war eine gute Idee, ist aber leider juristisch nicht so einfach einzuwenden."

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