Sven Mislintat ist seit 2007 beim BVB tätig
Sven Mislintat ist seit 2007 beim BVB tätig © Imago

München - Der FC Bayern will nach dem Abgang von Michael Reschke einen Talentscout. Der FCB nimmt einen Top-Mann vom Rivalen Borussia Dortmund ins Visier.

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Diese Meldung sorgt für Aufsehen in der Szene: Der FC Bayern denkt über eine Verpflichtung von Sven Mislintat nach.

Nach SPORT1-Informationen hat vor allem FCB-Präsident Uli Hoeneß ein Auge auf den erfolgreichen Kaderplaner von Borussia Dortmund geworfen.

Zuvor hatten kicker und Sport Bild berichtet, dass Mislintat Favorit der Münchner auf die Nachfolge von Michael Reschke sein soll. 

Der BVB hielt sich auf Nachfrage bedeckt. Genau wie bei Spielern werde man auch bei Verantwortlichen Medienspekulationen nicht kommentieren, hieß es von Dortmunder Seite.

Der bisherige Technische Direktor Reschke hatte am Wochenende seinen Abschied vom FCB verkündet und wechselt als Sportvorstand zum VfB Stuttgart.

Reschkes Posten soll es aber künftig bei den Bayern nicht mehr geben, nachdem gerade erst der neue Sportdirektor Hasan Salihamidzic installiert wurde.

Hoeneß: "Wir suchen einen Scout"

"Wir suchen einen Scout, der dann Hasan zuarbeitet, keinen Technischen Direktor", erklärte Präsident Uli Hoeneß.

Das wäre dann für Mislintat allerdings ein beruflicher Abstieg, denn derzeit bekleidet er beim BVB den Posten des Direktors Profifußball, nachdem er zuvor seit seinem Dienstantritt in Dortmund vor zehn Jahren sehr erfolgreich als Scout und Chefscout tätig war.

Aufgrund seiner zahlreichen Toptransfers wie zuletzt Ousmane Dembele, Raphael Guerreiro und Alexander Isak oder einst Shinji Kagawa hat Mislintat in der Szene einen glänzenden Namen, was ihm in der Vergangenheit schon Angebote als Sportchef des Hamburger SV oder von Fortuna Düsseldorf einbrachte.

Platzverbot von Tuchel

In der vergangenen Saison lag Mislintat mit Trainer Thomas Tuchel im Clinch. Tuchel hatte Mislintat sogar ein Platzverbot auf dem Trainingsgelände erteilt. Doch die Dortmunder Vereinsführung beförderte Mislintat im Januar zum Kaderplaner und Direktor.

Zudem gibt es für die Schwarz-Gelben angesichts des laufenden Vertrags keinen Grund, einen der besten Leute ausgerechnet an den großen Rivalen aus München abzugeben.

Es sei denn, Mislintat würde die neue Herausforderung trotz der Position unter Salihamidzic so sehr reizen – immerhin gilt sein Verhältnis zur BVB-Spitze nicht immer als reibungslos.

Reschkes Assistent als Alternativkandidat

Als weiterer Chefscout-Kandidat beim FCB gilt der ehemalige Drittliga-Profi Marco Neppe, der bisher Assistent von Reschke war.

Dieser kannte den 31-Jährigen bereits von dessen Tätigkeit als Scout für Bayer Leverkusen und nahm ihn 2014 als rechte Hand mit nach München.

Eine ähnliche Rolle konnte Neppe nun für Salihamidzic spielen.

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