Bibiana Steinhaus ist die erste weibliche Schiedsrichterin in der Bundesliga © Getty Images

Bibiana Steinhaus freut sich über Ilkay Gündogans "sehr faire Geste". Die Bundesliga-Schiedsrichterin will nach Leistung und nicht nach Geschlecht bewertet werden.

Bibiana Steinhaus ist die erste Frau, die ein Bundesliga-Spiel pfeifen darf. Doch nicht allen gefällt der Gedanke einer weiblichen Schiedsrichterin.

Bei der Bekanntgabe ihres Aufstiegs in die erste Liga, bekam Steinhaus viel Gegenwind einiger Fußball-Fans zu spüren. Unerwartete Unterstützung erhielt die 38-Jährige damals von Nationalspieler Ilkay Gündogan.

"Ich fand, das war eine sehr sportliche und sehr faire Geste von ihm", sagte Steinhaus der Welt am Sonntag. "Für uns alle geht es um Leistung. Nur die zählt und nichts anderes. Darauf hat er hingewiesen. Vorverurteilungen sind einfach unangebracht."

Steinhaus fordert Bewertung nach leistung

Zuletzt hatte auch Schiedsrichter-Kollege Manuel Gräfe mit einem brisanten Interview bemängelt, dass es unter den Bossen Herbert Fandel und Hellmut Krug nicht nach Leistung geht.

Steinhaus verstehe, dass es "in einer gewissen Form auch ein Gewöhnungsprozess ist". Die Kritik an der ersten weiblichen Kommentatorin Claudia Neumann könne sie aber nicht verstehen.

"Ich finde es schade, dass wir in so einer Zeit leben, in der über solche Dinge immer noch debattiert wird und nicht einfach nur die Leistung bewertet wird", so die Polizeibeamtin.

Vor ihrem ersten Auftritt in der Bundesliga verspüre Steinhaus derweil "in erster Linie Vorfreude, aber auch eine gewisse Anspannung". Am ersten Spieltag kam sie noch nicht zum Einsatz.

Weiterlesen