Schalkes Kapitän Benedikt Höwedes spricht bei SPORT1 über Transfergerüchte um Leon Goretzka, Trainer Domenico Tedesco und seine eigene Zukunft.

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Neue Spielzeit, neuer Trainer. Nach der schwachen Saison 2016/17 hat der FC Schalke 04 Trainer Markus Weinzierl entlassen und mit Domenico Tedesco einen Bundesliga-Neuling als Chefcoach installiert.

Kapitän Benedikt Höwedes ist seit 2007 auf Schalke. Für ihn ist es bereits der 13. Trainer in zehn Jahren. Im Interview mit SPORT1 erzählt der 29-Jährige von seinen ersten Erfahrungen mit Tedesco und verrät, warum er unbedingt noch ins Ausland will.

SPORT1: Benedikt Höwedes, wie groß ist die Motivation des FC Schalke 04 auch ohne einen europäischen Wettbewerb in der neuen Saison?

Benedikt Höwedes: Die Motivation ist sehr groß. Wir haben auch in diesem Jahr wieder einen neuen Trainer bekommen, der aber mit viel Engagement und sehr viel Feuer dabei ist. Das bringen wir auch mit, weil wir dabei sind, die letzte Saison vergessen zu machen, die natürlich nicht unseren Ansprüchen genügt hat. Dementsprechend gehen wir auch motiviert in dieses Jahr.

SPORT1: Warum klappt es dieses Mal mit dem Trainer über eine Saison hinaus?

Höwedes: Das wird man erst am Ende des Jahres sehen. Bislang sind wir wirklich bester Dinge. Wir sind auf einem richtig guten Weg. Wir haben jetzt schon gute Fortschritte in der Vorbereitung gemacht. Es ist ein klares Spielsystem zu erkennen. Der Trainer ist sehr detailversessen und gibt sich sichtlich Mühe auch im Gespräch mit den Spielern. Jeder Spieler steht voll und ganz dahinter. Und ich hoffe, dass sich das auch in Resultaten widerspiegelt, weil das im Fußball ausschlaggebend ist.

SPORT1: Welche Eigenschaften eines Trainers sind Ihnen wichtig?

Höwedes: Kommunikation ist immer wichtig. Einen guten Draht zu seiner Mannschaft zu haben. Wir brauchen intensives, attraktives Training, bei dem man Fortschritte erkennt, bei dem man an den Schwächen und an den Stärken arbeitet. Wir brauchen gute Analysen, um an den Schwächen zu arbeiten, damit wir uns entwickeln können. Resultate sind immer ausschlaggebend und wir hoffen, diese mit dem neuen Trainer einzufahren.

SPORT1: Wie wichtig ist es für eine Mannschaft, dass Spieler wie Leon Goretzka sich klar zum Verein bekennen? 

Höwedes: Es sollte zumindest nicht zu lange dauern. Dass Gerüchte aufkommen, passiert im Fußball. So ist das Geschäft. Aber es sollte sich nicht zu lange hinziehen, damit irgendwann Klarheiten herrschen und man mit dem endgültigen Kader zusammenarbeiten kann oder auch nicht. Je länger es dauert, bis irgendwelche Wechsel vollzogen werden, die möglicherweise maßgeblich entscheidend sein können, desto ärgerlicher wird es. Deshalb würden wir uns freuen, wenn Leon Goretzka bleibt. Aber wir brauchen nicht weiter Gerüchte anzuheizen.

SPORT1: Sie sagen selbst offen, sie würden gerne ins Ausland gehen. Welche Länder schweben Ihnen vor?

Höwedes: Da bin ich vollkommen offen. Ich mache mir aktuell noch keine Gedanken. Wenn der Zeitpunkt gekommen ist, dann fühle ich das. Dann weiß ich auch, wo es hingeht. 

SPORT1: Ist das Ausland als zweite Karriere in einem Land mit niedrigerem sportlichem Niveau eine Option?

Höwedes: Ich glaube schon, dass man nochmal einen neuen Reiz setzen kann, wenn man einen anderen Weg geht, neuen Input bekommt: Andere Sprachen, andere Kulturen, andere Kollegen. Das kann durchaus attraktiv sein. Vielleicht entsteht dann auch eine zweite Luft im höheren Fußball-Alter. Bei mir ist es noch nicht so weit. Ich weiß noch nicht, wann der Zeitpunkt gekommen ist. Aber irgendwann werde ich es spüren.

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