Mit Real Madrid ist ein weiteres Schwergewicht in den Poker um Leon Goretzka eingestiegen © SPORT1-Grafik: Getty Images/ Davina Knigge

München - Auch Real Madrid ist nun in den Goretzka-Poker eingestiegen. Der Schalker hat die freie Wahl - seine Weggefährten halten ihn für klug genug, eine reife Entscheidung zu treffen.

von , Stefan Moser , ,

Die Liste der Interessenten wird immer länger: Nun hat offenbar auch Real Madrid den bereits vom FC Bayern umworbenen Leon Goretzka auf dem Zettel.

Der Nationalspieler verabschiedete sich allerdings nach dem Triumph beim Confed Cup mit einem knappen Bekenntnis zum FC Schalke 04 in den Urlaub.

Auch Schalkes neuer Trainer Domenico Tedesco plant weiter mit Goretzka: "Er ist sehr intelligent. Ich gehe davon aus, dass er bleibt."

Spekulationen gehen weiter

Ungeachtet dessen gehen die Spekulationen um einen Wechsel weiter, denn: Goretzkas Vertrag läuft 2018 aus, eine Ablöse könnte Schalke nur noch in diesem Sommer kassieren.

Und der neueste Mitbewerber ist ein echtes Schwergewicht. Nach Informationen des spanischen TV-Senders La Sexta denkt Real Madrid über eine Verpflichtung des 22-Jährigen nach.

Es soll bereits ein Treffen mit Goretzkas Berater Jörg Neubauer gegeben haben. Real soll dabei allerdings - ähnliche wie die Bayern - einen ablösefreien Wechsel Goretzkas im kommenden Sommer bevorzugen.

Denn nach seinen überzeugenden Vorstellungen beim Confed Cup dürfte die aktuelle Ablöse mindestens bei 30 Millionen Euro liegen, eher sogar darüber.

Zum Vergleich: Für Leroy Sane bekamen die Schalker im Vorjahr 50 Millionen Euro.

Neubauer pflegt gute Kontakte zu den Königlichen und fädelte einst die Transfers von Christoph Metzelder 2007 und Sami Khedira 2010 zu Real ein.

Heldt lobt Goretzkas Charakter

Horst Heldt, der den Mittelfeldspieler 2013 für etwas mehr als drei Millionen Euro vom VfL Bochum zu Schalke 04 lotste, geht davon aus, dass sich Goretzka den nächsten Schritt gut überlegt.

"Er hat einen Karriereplan, der bis jetzt aufgegangen ist", sagt der jetzige Manager von Hannover 96 im Gespräch mit SPORT1:

"Ich halte ihn für einen herausragenden Spieler, aber auch für einen klar denkenden, fokussierten, charakterlich einwandfreien Menschen, der genau weiß, was er will. Deswegen wird er für sich eine Entscheidung treffen, die die richtige sein wird." 

"Goretzka weiß, was er will"

Auch Christian Hochstätter bestätigt gegenüber SPORT1, dass Goretzka nicht nur über ein außergewöhnliches Talent, sondern auch über ein gutes Umfeld – und einen klaren Blick – verfügt.

Als Manager von Bochum saß Hochstätter damals mit Heldt am Verhandlungstisch und wickelte den Transfer schließlich ab. Und er schwärmt noch immer:

"Wenn ich sehe, wie er sich von seiner Persönlichkeit her entwickelt hat und wenn ich seine Interviews lese, dann zeigt das, dass er zum Führungsspieler gereift ist. Die Erfahrung, bei der Nationalmannschaft eine führende Rolle zu übernehmen, zeigt auch, wo der Junge hin will."

Tendenz zum Wechsel 2018

An Optionen mangelt es Goretzka jedenfalls nicht. Die Tendenz geht zu einem ablösefreien Wechsel im Sommer 2018.

Die Bayern galten dabei lange Zeit als Favorit und sollen sich sogar schon weitgehend mit dem Spieler einig sein. Nun aber haben die Münchner mit Real Madrid ernsthafte Konkurrenz bekommen.

Auch andere Topteams wie Chelsea oder Liverpool haben ein Auge auf Goretzka geworden, konkreter ist laut englischen Medien das Interesse des FC Arsenal.

Die Gunners stemmten allerdings am Mittwoch den Transfer von Alexandre Lacazette für die vereinsinterne Rekordsumme von rund 60 Millionen Euro Ablöse.

Warum nicht auf Schalke verlängern?

Schon vor vier Jahren waren diverse Klubs hinter dem damals 18-jährigen Goretzka hinterher.

"Es waren namhafte Vereine in Deutschland genauso mega-interessiert wie Bayern oder Dortmund, die versucht haben, auch ihren Hut in den Ring zu werfen", verriet Heldt jetzt SPORT1.

Auch jetzt dürfte die Liste noch weiter anwachsen. Und am Ende bleibt ja auch noch die eine Option, von der mittlerweile kaum mehr einer spricht: Goretzka könnte auf Schalke verlängern.

"Ich erlaube mir nicht, einen Ratschlag zu geben", sagt Heldt: "Ich habe aber volles Vertrauen in ihn, dass er weiß, was er jetzt machen muss."

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