Christian Heidel ist seit 2016 Sportvorstand bei Schalke 04
Christian Heidel ist seit 2016 Sportvorstand bei Schalke 04 © Getty Images

Christian Heidel empfindet den Transferpoker um Schalke-Star Leon Goretzka als amüsant. Gegen Erzrivale Borussia Dortmund verteilt der Sportvorstand eine kleine Spitze.

Christian Heidel kann sich nicht vorstellen, dass Leon Goretzkas Zukunft beim Saisonstart noch offen ist.

"Ich glaube, dass die Entscheidung erst einmal dahingehend fällt, ob Leon seinen Vertrag auf Schalke vorzeitig verlängert oder er verkündet, den Verein nach Saisonende zu verlassen - Ziel offen", sagte der Schalker Sportvorstand dem kicker.

Verlängerung oder Abgang?

Goretzka hat bei den Königsblauen nur noch ein Jahr Vertrag, seit Monaten wird über einen Abgang spekuliert.

"Ich habe nie Tendenzen oder Prognosen abgegeben, weil ich nicht für Leon sprechen kann. Mir haben Leute schon erzählt, dass er sich längst einig mit Bayern München sei, am nächsten Tag kommt jemand zu mir und sagt, er wisse definitiv, dass Leon unser Angebot zur Vertragsverlängerung angenommen hat", meinte Heidel. "Das ist schon teilweise amüsant, was da immer so erzählt und spekuliert wird."

Spitze gegen BVB

Mit RB Leipzig wartet auf Schalke zum Bundesligastart ein schwerer Gegner - der Heidel zu einer kleinen Spitze Richtung Erzrivale Borussia Dortmund bewegt.

"Leipzig ist der zweistärkste Gegner, den wir zum Start bekommen konnten", sagte der 54-Jährige und betonte auf Nachfrage zum BVB: "Nicht, wenn man die Tabelle der vergangenen Saison zugrunde legt. Ich sehe Leipzig und Dortmund schon ziemlich auf einem Level."

Leipzig schloss die vergangene Saison auf Platz zwei ab, Dortmund wurde Dritter.

Transfermarkt "völlig explodiert"

Den Anstieg der Preise auf dem Transfermarkt kritisiert Heidel. "Völlig explodiert" sei der Mercato, sagte er und nannte als Beispiel die Ablöse von acht Millionen Euro für Knappen-Neuzugang Amine Harit (20).

"In unserer Branche ist so eine Summe leider Gottes inzwischen ein kleiner Betrag. Zudem muss man beachten: Ein Harit, der in seiner ersten Saison 15 Tore geschossen hätte, kostet heutzutage 50 Millionen Euro", führte Heidel aus. Der französische Angreifer Harit hatte in der abgelaufenen Saison für Ligue-1-Klub FC Nantes in 30 Spielen ein Tor erzielt.

Dennoch glaubt Heidel, dass der Fußball trotz dieser Entwicklung "gesund" bleiben kann. Voraussetzung sei, dass "das Geld aus dem Fußball-Kreislauf kommt und darin bleibt". In England gebe es jedoch viele Vereine, die fremdfinanziert würden. Mit Blick auf den deutschen Fußball hofft Heidel, dass die 50+1-Regel bestehen bleibt und "uns das erspart bleibt".

Großes Lob für Tedesco

Seinem neuen Trainer Domenico Tedesco stellte Heidel vier Wochen nach dessen Amtsantritt ein exzellentes Zwischenzeugnis aus. "Das Bild, das ich von ihm im Kopf hatte, hat sich bisher zu 100 Prozent bestätigt", sagte er.

Es sei "eine Freude, bei den Teamsitzungen dabei zu sein und zu sehen, wie aufmerksam alle Spieler zuhören. Domenico geht auf das kleinste Detail ein", lobte Heidel den 31 Jahre alten Coach weiter und führte aus: "Die neue Gruppe ist in Rekordzeit sehr gut zusammengewachsen."

An Tedesco schätzt Heidel vor allem die Liebe zum Detail. "Ihm ist eine funktionierende Gemeinschaft außerordentlich wichtig. Jeder hilft dem anderen." Am Gepäckband etwa müsse bei dem Deutsch-Italiener jeder mit anpacken. In dieser Hinsicht sei Tedesco "wie Thomas Tuchel".

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