Ralf Rangnick kritisiert das Umfeld von Naby Keita mit einer unglücklichen Formulierung. Nach Kritik aus England muss RB Leipzigs Sportdirektor seine Aussage erklären.

Nach offenbar missverständlichen Aussagen über das Umfeld seines Spielers Naby Keita sieht sich RB Leipzigs Sportchef Ralf Rangnick mit Rassismus-Vorwürfen konfrontiert.

Vor allem in englischen Medien und in diversen Social-Media-Kanälen sorgten Rangnicks Aussagen über Keita beim internationalen Trainerkongress in Bochum für Unmut.

Der 59-Jährige hatte sich dort kritisch über die anhaltenden Transfergerüchte um die Leipziger Profis Keita und Emil Forsberg geäußert. Er nahm dabei die Spieler in Schutz und kritisierte stattdessen deren "Umfeld". Dabei benutzte er unter anderem die Formulierung "das ganze Dorf in Guinea" (siehe Video oben).

Angesichts der Angebote und Zahlen, mit denen die Spieler konfrontiert wären, brauche es laut Rangnick "immer wieder jemanden, der die einnordet".

Das Zitat im Wortlaut

In Bezug auf Keita fügte er hinzu: "Die Jungs selber sind nicht das Problem. Das Problem ist dann wieder das Umfeld: Das ganze Dorf in Guinea bzw. irgendwelche Leute im Umfeld, die dann den Spielern natürlich erklären, warum sie das jetzt gleich machen müssen und warum es nicht erst in einem oder zwei Jahren vielleicht auch noch reicht, zu Liverpool oder zu Barcelona oder sonst wohin zu wechseln."

Konfrontiert mit der Kritik aus England sagte Rangnick nun: "Ich kenne Naby Keita vom ersten Tag an, als er nach Salzburg kam. Wir haben deshalb ein sehr enges Verhältnis, auch zu seinem Berater. Wir sind in einem vertrauensvollen Austausch, genau das habe ich bei meinem Vortrag in Bochum gesagt."

Zu seinem umstrittenen Zitat erklärte Rangnick: "Hinter vielen Spielern mit afrikanischem Hintergrund, und davon habe ich viele getroffen, steht oft ein Clan und manchmal ein ganzes Dorf, das von der Unterstützung eines einzigen Fußballers lebt. Und es ist eine Tatsache, dass es Leute im Umfeld von Naby gibt, die seinen Wechsel fordern."

Der FC Liverpool bemüht sich im aktuellen Transferfenster intensiv um Keita. RB Leipzig soll ein Angebot über 75 Millionen Euro bereits abgelehnt haben.

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