München - Anthony Modeste will trotz seiner öffentlichen Vorwürfe gegen den FC zum Trainingsauftakt erscheinen. Wie es danach weitergeht, weiß aber nicht einmal Manager Jörg Schmadtke.

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Lange hat ein Trainingsstart des 1. FC Köln keine so große Aufmerksamkeit mehr erregt wie in diesen Tagen.

Mittlerweile ist zwar klar, dass auch Anthony Modeste nach dem wochenlangen Hickhack um seinen schließlich gescheiterten Wechsel nach China am Montag am Geißbockheim erscheinen wird. Doch wie es danach weitergeht, steht derzeit in den Sternen.

"Wir werden uns zusammensetzen und müssen abwarten. Vielleicht gibt es dann auch eine neue Situation", sagte FC-Manager Jörg Schmadtke bei SPORT1 über ein für Montag geplantes Gespräch mit dem französischen Stürmerstar.

Schwere Vorwürfe gegen den Verein

Der hatte in der Bild am Sonntag zwar seine Liebe zum Verein und seinen Fans betont, allerdings auch teils schwere Vorwürfe gegen die Vereinsführung erhoben.

Nicht er wollte den Verein verlassen, Köln habe ihn nach China zu Tianjin Quanjian "verkaufen wollen" und deshalb auch nicht zu einem Fotoshooting für die Trikotpräsentation eingeladen. Außerdem hätten die Bosse ein von ihm gewünschtes Treffen platzen lassen, indem es um seine Zukunft gehen sollte.

Bei Tianjin Quanjian hätte er dem Vernehmen nach mit elf Millionen Euro netto im Jahr mehr als das Fünffache seines Gehalts in Köln verdient.

Aber nicht nur die Vorwürfe an sich haben Schmadtke verärgert, sondern vor allem die Tatsache, dass Modeste sie in aller Öffentlichkeit erhoben hatte.

"Die Aussagen haben mich ein Stück weit überrascht. Es wurden Dinge gesagt, die nicht so ganz passen, so ist die Sache sicher nicht ganz rund", sagte der 53-Jährige und setzte nach: "Solche Dinge sollte man hausintern klären, auch in diesem Falle."

Angespanntes Verhältnis noch zu kitten?

In den Kölner Medien wird bereits darüber spekuliert, ob das ohnehin schon belastete Verhältnis zwischen Schmadtke und Modeste nach dessen letzten Äußerungen überhaupt noch zu kitten ist. Wenn nicht, wäre es schwer vorstellbar, dass der 29-Jährige trotz laufenden Vertrages bis 2021 auch weiterhin für Köln auflaufen würde.

Einen Bonus hätte Modeste, der den FC mit seinen 25 Toren zur ersten Europacup-Teilnahme seit 25 Jahren geschossen hatte, auch bei Peter Stöger nicht zu erwarten. "Ab Montag gilt das Leistungsprinzip für alle. Auch für Tony", wird der Coach im Express zitiert.

Die große Frage wird sein, wie die Fans Modeste nach der langen Wechsel-Posse wieder empfangen werden. Noch lässt sich das seriös überhaupt nicht einschätzen.

Auch Schmadtke selbst kann sich auf die letzten Wochen nur schwer einen Reim machen. "Vielleicht", so sagte er bei SPORT1, "ist aber auch gar nicht so viel kaputt, wie man denkt."

Nach seinem persönlichen Gespräch mit Modeste wird er diese Frage beantworten können - vermutlich.

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