München - Die Vorstellung von Rekord-Zugang Tolisso rückt in den Hintergrund, weil sich FCB-Boss Rummnenigge auch über mögliche Zu- und Abgänge äußert.

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Eigentlich sollte Neuzugang Corentin Tolisso beim FC Bayern am Montag im Mittelpunkt stehen (hier geht's zum Ticker).

Doch Karl-Heinz Rummenigge nutzte die Vorstellung des 41,5-Millionen-Rekordeinkaufs zu einer Art Regierungserklärung über die Personalpolitik der Münchner. Gut gebräunt und erholt aus dem Urlaub zurück, sprach der Vorstandsboss über die Zukunft von Douglas Costa, Serge Gnabry und Renato Sanches sowie weitere Transfergerüchte.

SPORT1 ordnet die wichtigsten Erkenntnisse ein.

1. Gnabry ist gleich wieder weg

Neuzugang Serge Gnabry hat noch kein Training in München absolviert, wird aber offenbar gleich wieder bei einem anderen Verein landen.

"Es ist bekannt, dass sich Serge lieber noch ein Jahr ausleihen lassen möchte, um dann zum FC Bayern zurückzukommen. Diesen Wunsch haben er und sein Berater kundgetan", erklärte Rummenigge. Als Favoriten für den aus Bremen geholten U21-Europameister gelten die TSG Hoffenheim und Schalke 04.

Am Abend vermeldete die Funke Mediengruppe, dass Gnabry für ein Jahr nach Hoffenheim verliehen wird.

2. Sanches-Ausleihe wahrscheinlich

Auch ein anderer Bayern-Youngster steht vor einer Ausleihe: Sorgenkind Renato Sanches.

"Er hat kein einfaches erstes Jahr hier gehabt, das war für beide Seiten unbefriedigend. Es ist wichtig, dass er regelmäßig spielt", meinte Rummenigge: "Wir werden uns Gedanken machen, ob es besser ist, ihn ein Jahr auszuleihen, damit er Einsatzminuten bekommt. Die braucht er dringend."

Zuletzt waren Manchester United und Juventus Turin als Interessenten im Gespräch, dort dürfte er aber kaum mehr Spielzeit bekommen. Wahrscheinlicher ist daher eine Rückkehr ins heimatliche Portugal nach Lissabon oder Porto oder zu einem Klub aus dem Mittelfeld der Premier League.

3. Costa-Wechsel nur noch eine Frage des Geldes

Der Abgang des Brasilianers zu Juventus Turin ist nur noch Formsache, eine Einigung steht anscheinend kurz bevor.

"Der aktuelle Stand ist, dass wir in konkreten und positiven Gesprächen mit Juventus sind. Der Spieler hat uns kundgetan, dass er gerne wechseln möchte. Wir haben aber keinen unterschriebenen Deal", bestätigte Rummenigge.

"Ich mache keinen Hehl daraus: Es gibt einen Betrag, wenn der gezahlt wird, sind wir bereit, den Wechsel abzuschließen." Italienischen Medien zufolge verlangen die Bayern zwischen acht und zehn Millionen Leihgebühr plus Option auf einen späteren Kauf Costas für rund 30 Millionen Euro.

4. Kein Dementi zu James

Seit längerem kursiert der Namen von James Rodriguez in München, der Kolumbianer könnte tatsächlich die erhoffte "Granate" auf dem Transfermarkt sein. Angeblich will der Real-Edelreservist unbedingt weg aus Madrid, wo er seine beste Zeit ausgerechnet unter dem aktuellen FCB-Trainer Carlo Ancelotti hatte.

Rummenigge dementierte Berichte über ein bevorstehendes Bayern-Angebot für Rodriguez nicht, sondern wollte es "nicht kommentieren". Das mache "die Dinge komplizierter und zum Teil auch teurer."

Sollten Costa und Gnabry tatsächlich abgegeben werden, müssten die Bayern in der Offensive noch nachlegen. Allerdings sollen auch Manchester United und Paris St. Germain um Rodriguez buhlen.

5. Goretzka bleibt ein Thema

Beim deutschen Confed-Cup-Erfolg spielte sich Leon Goretzka in den Fokus, schon länger gibt es Gerüchte über einen Wechsel des Schalkers - spätestens 2018.

"Dass er gut gespielt hat, hat ja jeder gesehen. Darüber hinaus kann ich keine Aussage machen", meinte Rummenigge gelassen: "Wenn ein Spieler noch bei einem Verein unter Vertrag ist, möchte ich keine Unruhe stiften. Der Spieler muss über seine Zukunft entscheiden."

Die Münchner haben offenbar Zeit, denn der auf bis zu 30 Millionen Euro Ablöse taxierte Goretzka wäre nach der Saison ablösefrei zu haben.

6. Kein Verständnis für Lewandowski

Die Beschwerden von Robert Lewandowski und seiner Berater über mangelnde Unterstützung beim Kampf um die Torjägerkanone kann der Vereinsboss nicht nachvollziehen. Das habe er Maik Barthel auch telefonisch deutlich gemacht.

"Ich bin überhaupt nicht seiner Meinung. Lewandowski hat gegen Freiburg auch einige Chancen vergeben. Und der Trainer hat mir versichert, dass er die Spieler vorher darauf hingewiesen hat, dass man Lewandowski unterstützen soll."

Damit ist das Problem für Rummenigge erledigt, die Gefahr eines tiefer gehendes Zerwürfnisses mit dem Weltklasse-Stürmer sieht er nicht.

7. Tolisso kein Ersatz für Alonso

Rummenigge zeigte sich bei der Präsentation des Franzosen überzeugt, "dass wir noch viel Freude an ihm haben werden". Gleichwohl versuchte er Tolisso, der laut eigenen Angaben "am liebsten auf der 6 oder der 8 spielt", vor allzu hohen Erwartungen zu schützen:

"Man kann ihn nicht mit Xabi Alonso vergleichen. Wir haben ihn nicht als seinen Nachfolger verpflichtet, sondern glauben, dass er sehr gut in unser Mittelfeld passt."

8. Weitere Neuzugänge wahrscheinlich

Ungeachtet der bisher vier Neuen Tolisso, Gnabry, Sebastian Rudy und Niklas Süle will sich der FCB bis zum Ende der Transferperiode am 31. August alle Optionen offen lassen.

"Wir werden die Dinge weiter beobachten und intern diskutieren", sagte Rummenigge und verwies auf den Wechsel von Xabi Alonso nach der Verletzung von Javier Martinez wenige Tage vor dem Transferende 2014.

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