München - Der FC Bayern präsentiert Hasan Salihamidzic als neuen Sportdirektor. SPORT1 beantwortet die wichtigsten Fragen zum neuen starken Mann an der Säbener Straße.

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Nach monatelanger Suche hat der FC Bayern am Montag Hasan Salihamidzic als seinen neuen Sportdirektor präsentiert.

Die erste Wahl war der Ex-Profi zwar nicht, doch der 40-Jährige hat das volle Vertrauen, betonten Präsident Uli Hoeneß und Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge.

Wieso fiel die Wahl auf Salihamidzic, welche Aufgaben hat er und wie weit reichen seine Befugnisse?

SPORT1 beantwortet die wichtigsten Fragen zum neuen starken Mann an der Säbener Straße.

- Warum Salihamidzic?

Nach den frühzeitigen Absagen der Wunschkandidaten Philipp Lahm und Max Eberl kursierten dutzende Namen, ernsthaftes Interesse an Oliver Kahn, Mark van Bommel, Thomas Linke, Miroslav Klose und Co. war nach Angaben der Bayern-Bosse aber nicht vorhanden.

Von einer Notlösung kann also keine Rede sein. "Hasan ist ein integrer, sehr fleißiger, seriöser, loyaler und auch sehr ausgeschlafener Mensch", lobte Rummenigge den Bosnier. (Die Pressekonferenz zum Nachlesen)

Vom Typ her ist Salihamidzic ein Mann ganz nach dem Geschmack von Uli Hoeneß: ein emotionaler, von Grund auf positiv eingestellter Bauchmensch, der mit der DNA des Klubs ausgestattet ist. 

"Manchmal hat man auch das Glück, das später eine noch bessere Lösung kommt", frohlockte Hoeneß, der selbst eigentlich Eberl favorisiert hatte. Die Verpflichtung von Salihamidzic entspricht seiner Idee, ehemalige Stars zurückzuholen.

Unter seiner Regie installierte der Rekordmeister auch Willy Sagnol als Co-Trainer sowie Bixente Lizarazu und Giovane Elber als Botschafter.

"Ich bin jetzt sehr zufrieden, weil diese Lösung in das passt, was wir vor haben. Wir wollen wieder 'back to the roots', wollen das 'Mia-san-Mia'-Gefühl im Verein stärken. Und wer könnte das besser als Hasan?", gab Hoeneß zu verstehen.

- Was kann Salihamidzic?

Klar ist aber: Mit dem einstigen Publikumsliebling haben die Münchner einen Berufseinsteiger zum Sportdirektoren ernannt.

Ein solcher war Hoeneß 1979 zwar auch, doch heutzutage sind Erfahrungen im kaufmännischen Bereich und im Vorstand eines Profivereins für einen Manager-Posten weitaus wichtiger als damals.

Nach seinem Karriereende im Jahre 2012 arbeitete "Brazzo" überwiegend als Fernsehexperte. Zuletzt war er als Botschafter für den FCB tätig, war auch bei der Asien-Reise dabei.

Er kennt den Klub und dessen Abläufe bestens. Als langjähriger Profi weiß er, was die Mannen von Carlo Ancelotti brauchen, um glücklich zu sein. Gleichzeitig beruht sein Verhältnis zu den Bossen auf Ehrlichkeit und Vertrauen. Er nimmt kein Blatt vor den Mund. 

"Man konnte sich früher bei ihm sicher sein, dass er dir alles, was er gedacht hat, an die Ohren gehauen hat. Er hat immer eine Meinung, das zeichnet ihn für diese Position exzellent aus", lobte Hoeneß.

Ein weiterer großer Pluspunkt: Er ist ein Sprachtalent. Er spricht Bosnisch, Englisch, Italienisch, Spanisch und Deutsch. Das erleichtert natürlich die Kommunikation mit dem größtenteils aus Italienern bestehenden Trainerteam - und den sechs Spanisch sprechenden Spielern Rafinha, Javi Martinez, Juan Bernat, Arturo Vidal, Thiago und James Rodriguez.

"Er weiß, wie der Fußball funktioniert. Das ist das Entscheidende. Und was die Finanzen betrifft, hat er immer die Unterstützung von Kalle und Uli, wird von ihnen lernen und sich entwickeln", sagte sein Ex-Coach Ottmar Hitzfeld in der Bild.

- Welche Aufgaben hat Salihamidzic?

"Ich werde 24 Stunden lang, sieben Tage die Woche für die Spieler da sein", lautete einer seiner ersten Sätze. Doch zu seinen Aufgaben zählt mehr als nur die Stars an der Säbener Straße auf Schritt und Tritt zu begleiten und die Spiele von der Trainerbank aus zu beobachten.

"Es wird keine Vertragsverhandlungen geben, bei denen Hasan Salihamidzic nicht mit am Tisch sitzt", gab Hoeneß deshalb mit Nachdruck zu verstehen. Der 40-Jährige besitze "alle Vollmachten". So behaupten es zumindest die Bosse.

Um es mit den Worten von Kaderplaner Michael Reschke zu formulieren:

Der Sportdirektor wird "eine Art Innenminister, als wichtigster Ansprechpartner für den Trainer, die Spieler, den Trainerstab, die medizinische Abteilung und alle weiteren Mitarbeiter im Teamumfeld, sowie als Bindeglied zum Präsidium und der Geschäftsführung" darstellen, der den Klub "auch in den Medien vertreten und mit der Nachwuchsabteilung vernetzt sein muss."

Salihamidzic soll also am besten überall sein. Eine Eigenschaft, die ihn zumindest als Spieler in besonderem Maße ausgezeichnet hat.

- Was wird aus Lahm? 

Laut Rummenigge haben die Bayern in Salihamidzic "den richtigen Mann" gefunden. Die Vertragslaufzeit für den neuen Sportdirektor (bis 2020) untermauert diese Aussage. "Hasan ist nicht der Platzwarmhalter für Philipp Lahm", sagte Rummenigge.

Für den langjährigen Kapitän bleibe die Türe zum Verein dennoch offen.

Alles andere würde auch dem "Mia-san-Mia"-Kredo von Hoeneß widersprechen.

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