Pierre-Emerick Aubameyang spielt doch weiter für Dortmund - und entfacht den Konkurrenzkampf nun so richtig. Für drei Offensivpositionen hat der BVB acht Spieler.

von Christoph Küppers

Als der BVB-Tross nach siebentägiger Asien-Reise am Mittwochmittag um kurz nach 12 Uhr mit Flug EW1909 in Dortmund landete, hatte er nicht nur knapp 10.000 Flugkilometer im Gepäck.

An Bord schwebte auch die bisherige Hammer-Meldung dieser noch jungen Saisonvorbereitung nach Deutschland: Pierre-Emerick Aubameyang wird den BVB in diesem Sommer nicht verlassen. Der Top-Star muss in Dortmund bleiben. 

Mit einem Satz hatte Michael Zorc knapp 20 Stunden zuvor eine Meldung des kicker bestätigt. "Wir betrachten das Transferfenster für ihn als geschlossen, da ansonsten die Zeit zu knapp geworden wäre", so Zorc nach dem 3:2-Testsieg gegen den AC Mailand.

Die Entscheidung der BVB-Bosse: ein Zeichen der Stärke gegenüber Spieler und Konkurrenz. Aber auch eine Entscheidung, die letztlich wohl aufgrund mangelnder Alternativen zu Aubameyang getroffen wurde.

Und damit sind auch die Transferaktivitäten des BVB abgeschlossen. "Neuzugänge sind kein Thema mehr. Der Kader ist zu groß", sagt Klubboss Hans-Joachim Watzke.

Mit dem Verbleib des Gabuners beginnt in der BVB-Offensive nun endgültig ein intensives Hauen und Stechen. Es geht um die drei Sturm-Plätze, die Peter Boszs favorisiertes 4-3-3-System vorsieht. Gleich acht Kandidaten stehen dem Trainer dafür zur Verfügung.

Aubameyang als Fixpunkt

Angreifer Nummer eins bleibt Aubameyang. Ist der Torschützenkönig der vergangenen Saison (31 Treffer) fit, bleibt er auch unter Bosz gesetzt. Die Rechnung ist einfach: Spielt Aubameyang, ist er glücklich. Ist er glücklich, trifft er. Trifft er, gewinnt der BVB (meist).

Neben Aubameyang stehen fürs Sturmzentrum außerdem Alexander Isak und Neuzugang Maximilian Philipp zur Verfügung. Besonders in Philipp setzen die BVB-Bosse große Hoffnungen.

Der 23-Jährige, im Sommer für 20 Millionen aus Freiburg verpflichtet, steigt nach der U21-Europameisterschaft erst jetzt ins BVB-Training ein. Das Ziel ist zunächst, ihn im riesigen Windschatten Aubameyangs ans internationale Niveau heranzuführen.

Isak wiederum soll in diesem Jahr zumindest zu seinem Bundesliga-Debüt kommen. Der 17-Jährige gilt als Mega-Talent, konnte dies bislang aber noch nicht unter Beweis stellen. In der Saisonvorbereitung hinterließ er bislang aber einen ordentlichen Eindruck.

Dembele und Schürrle als Favoriten

Im Sturmzentrum ist die Rangordnung also klar – auf den Außenbahnen keinesfalls. Vorbehaltlich von Verletzungen oder Formschwankungen gehen Senkrechtstarter Ousmane Dembélé und Weltmeister André Schürrle als Favoriten ins Rennen.

Beide passen perfekt in Boszs Spielphilosophie. Dembélé, im Sommer von einigen europäischen Topklubs umworben, ist nach seinem Raketenstart im ersten Bundesliga-Jahr mit 19 Scorerpunkten  als Leistungsträger eingeplant.

Schürrle deutete in den bisherigen Trainingseinheiten und Testspielen endlich sein Potenzial an. Der 26-Jährige ist nach langer Zeit verletzungsfrei und möchte sich in der Saison vor der Weltmeisterschaft zurück in den Fokus spielen.

Junge wilde Lauern

In den ersten knapp zwei Wochen unter Bosz bewies aber auch Christian Pulisic einmal mehr sein Können. Der erst 18 Jahre junge US-Amerikaner geht bereits in seine dritte BVB-Saison. Nicht wenige trauen ihm nun einen Stammplatz zu.

So weit ist Emre Mor zwar noch nicht. Der 19-Jährige, im Sommer als Ausleihkandidat gehandelt, hat mit seinen Leistungen auf der Asienreise (u.a. zwei Tore im Test gegen die Urawa Reds) aber auf sich aufmerksam gemacht.

Bekommt Mor Konstanz in seine Leistungen, könnte er bleiben. Zumal Bosz bekannt dafür ist, junge Talente aufs nächste Level zu hieven. Einen interessanten Denkansatz stellte unlängst der Westfälische Anzeiger an, der Mor mit Amin Younes verglich.

Younes, ein ähnlicher Spielertyp, schaffte in der letzten Saison unter Bosz bei Ajax den Sprung in die Nationalmannschaft.

Was ist mit Reus?

Ein großer Name in der Dortmunder Offensivplanung bleibt derweil unscharf, was die Erwartungen betrifft: Marco Reus. Der Nationalspieler fällt mit einem Kreuzbandriss zunächst aus. Seine Rückkehr wird den Konkurrenzkampf ab Januar aber weiter verschärfen.

Weitere prominente Offensiv-Namen: Mario Götze und Shinji Kagawa. Auch diese beiden könnten eine der Außenpositionen in einem System mit drei Spitzen bekleiden. Bislang scheint Bosz sie aber eher im zentralen (offensiven) Mittelfeld zu sehen.  

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