An die 30 Grad und Braunschweiger "Voll-Bock-Atmosphäre" erwarten den VfL Wolfsburg. Josuha Guilavogui kann spielen. Torsten Lieberknecht wechselt doppelt.

VfL Wolfsburg oder Eintracht Braunschweig: Nach 35 Spielen fällt die Entscheidung, nur einer der beiden Lokalrivalen kann in der nächsten Saison in der Bundesliga spielen.

In der Pole Position befindet sich Erstligist Wolfsburg. Doch die Löwen, diesmal Heimmannschaft, richten Kampfansagen in die Autostadt. "Voll-Bock-Atmosphäre" im Team, "Dampf" von den Rängen und ein Fight bis zum Schluss auf dem Platz - Trainer Torsten Lieberknecht plant das Wunder (ab 20.30 Uhr LIVE in unserem Sportradio SPORT1.fm und im TICKER). 

SPORT1 hat alle Informationen zum Relegationsrückspiel.

+++ VfL-Fans machen Lärm +++

Wie im Hinspiel gilt die Partie im Eintracht-Stadion. 23.325 Zuschauer haben für das Relegationsspektaktel gezahlt. In Wolfsburg waren trotz offiziell ausverkauften Stadions einige Sitzschalen leer geblieben.

Im Gästeblock wird heute aber wohl kein Platz frei bleiben. Schon gut 40 Minuten vor Anpfiff machen die Wölfe-Fans ordentlich Lärm.

+++ Aufstellungen sind da +++

Vierinha ersetzt Paul-Georges Ntep, der sich im Hinspiel verletzte. Ansonsten schickt Andries Jonker die gleiche Elf ins Rennen. Eine kleine Überraschung: Josuha Guilavogui startet nach seinen muskulären Problemen.

Torsten Lieberknecht wechselt im Vergleich zum Hinspiel auf zwei Positionen. Salim Khelifi, ohne Einsatz am Donnerstag, kommt für Onel Hernandez in die Partie. Quirin Moll wird durch Patrick Schönfeld ersetzt. Diesen Wechsel hatte Lieberknecht schon im Hinspiel in der zweiten Hälfte vorgenommen.

+++ VfL ruhig angekommen +++

Es scheint, als bliebe es rund um das Rückspiel deutlich ruhiger als vor vier Tagen. Die Wölfe-Fans haben ohne große Verzögerungen die ihnen bereitgestellten Shuttlebusse zum Stadion besetzt und sind mittlerweile am Ort des Geschehens angelangt. Ausschreitungen wie vor dem Hinspiel wurden bisher glücklicherweise nicht verzeichnet.

Auch der Teambus der Autostädter hat das Eintrach-Stadion mittlerweile erreicht.

+++ Wölfe in Schwarz +++

Der VfL Wolfsburg läuft heute Abend in seinem dritten Trikot auf. In Schwarz soll der erste Bundesligaabstieg der Vereinsgeschichte verhindert werden.

Die Löwen aus Braunschweig möchten im traditionell blau-gelben Dress das 0:1 aus dem Hinspiel noch umbiegen.

+++ Kein Wolfsburger Fanmarsch +++

Nach den Ausschreitungen vor dem Hinspiel möchte die Polizei in Braunschweig kein Risiko eingehen. Als Präventionsmaßnahme soll es keinen Wolfsburger Fanmarsch vom Bahnhof zum Stadion geben. Stattdessen stehen Shuttlebusse bereit.

Im Hinspiel musste die Polizei Wasserwerfer gegen Braunschweiger Fans einsetzen. Einige von ihnen wollten da die von den Sicherheitskräften vorgegebene Route verlassen.

Bisher ist es noch zu keinen Ausschreitungen kommen. Auch in der Braunschweiger Innenstadt blieb es laut Polizei friedlich.

++ Rückspiel wird zur Hitzeschlacht +++

Hochsommerliche 30 Grad werden aktuell in Braunschweig gemessen. Zum Anpfiff um 20.30 Uhr sind immer noch 25 Grad angekündigt - und dazu ist es noch richtig schwül.

Das Eintracht-Stadion wird damit so oder so zum absoluten Feuerkessel. Ob sich diese Atmosphäre auch auf den Platz übertragen wird?

+++ Zeugwarte bewachen Kabine +++

Nachdem die Schuhe der Braunschweiger im Hinspiel auf wundersame Art und Weise schon vor Anpfiff gewässert wurden, wollen die Wölfe Ähnliches verhindern. Schon seit dem Nachmittag "bewachen" die beiden VfL-Zeugwarte Heribert Rüttger und Nils Scholz die Gastkabine.

Sie sollen darauf achten, dass kein Unbefugter die Kabinen betritt, vor allem kein Braunschweiger, denn die könnten sich für das Hinspiel revanchieren.

+++ Lieberknecht zuversichtlich +++

Lieberknecht, am Donnerstag nach dem Tor von Mario Gomez per zweifelhaftem Handelfmeter noch außer sich vor Wut, präsentierte sich am Sonntag wieder betont gelassen und hoffnungsvoll.

"Das ist die finale Chance, etwas Historisches zu erreichen. Wir sind willensstark und selbstbewusst", sagte Lieberknecht über seine Löwen: "Keiner hat den Aufstieg so sehr verdient wie wir, weil wir in dieser Saison immer wieder aufstehen mussten. Und jetzt müssen wir auch wieder aufstehen."

Im Gegensatz zu seinem Kollegen Andries Jonker bereitet der Ex-Profi sein Team ganz normal auf den alles entscheidenden Showdown vor. Die Lage sei "angespannt entspannt", sagte Lieberknecht, der auf die beiden angeschlagenen Angreifer Domi Kumbela und Julius Biada verzichten muss.

Lieberknecht versprach den Wölfen einen heißen Tanz: "Die Fans werden schon Dampf machen. Es ist nicht angenehm, am Montagabend bei uns zu spielen."

+++ Jonker setzte wieder auf Trainingslager +++

Jonker schickte sein Team hingegen bereits am Freitagabend ins Mini-Trainingslager in die Klosterpforte in der Nähe von Harsewinkel. "Die Zeit in der Klosterpforte war sehr gut. Wir hatten dort unsere Ruhe, konnten gut abgeschottet arbeiten und uns nochmal fokussieren", zeigte sich der Niederländer zufrieden.

Die Wolfsburger wollen das Horror-Szenario Abstieg mit aller Macht verhindern, denn am 11. Juni soll es ja eine rauschende Party zur 20-jährigen Bundesliga-Zugehörigkeit geben. Und natürlich hoffen die Fans wieder auf ihren Mann für die entscheidenden Momente - Mario Gomez.

Der Torjäger zeigte auch im Hinspiel keine Nerven und nutzte seine Chance beim Elfmeter eiskalt. Im Kalenderjahr 2017 hat Gomez damit 13 der 20 Pflichtspieltore des VfL geschossen. "Jetzt brauchen wir auswärts ein Tor, und dann haben wir es geschafft. Und wir werden es schaffen", sagte der Nationalspieler. 

+++ Rodriguez fällt aus +++

Verzichten müssen die Wölfe wie im Hinspiel auf Linksverteidiger Ricardo Rodriguez (Sprunggelenksprobleme). "Er hat alles versucht, um zu spielen", sagte Jonker am Sonntag, "es reicht aber leider nicht." Fraglich ist der Einsatz von Josuha Guilavogui (Muskelverletzung).

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