Torsten Lieberknecht Eintracht Braunschweig
Eintracht Braunschweigs Coach Torsten Lieberknecht fühlte sich im Relegations-Hinspiel benachteiligt © Imago

München - Die Eintracht ärgert sich nach der Niederlage in Wolfsburg über den falschen Elfmeterpfiff und durchnässte Schuhe in der Kabine. Sportchef Arnold spricht bei SPORT1.

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Nach den hitzigen Diskussionen um den umstrittenen Elfmeter des VfL Wolfsburg zum 1:0 im Relegations-Hinspiel über Eintracht Braunschweig gibt es einen weiteren Aufreger:

Sämtliche Fußballschuhe der Gäste wurden vor dem Anpfiff komplett durchnässt, nachdem sie der Zeugwart wie immer im Duschraum abgestellt hatte. 

"Das war schon sehr erstaunlich: Offensichtlich muss da ja jemand in unserer Kabine gewesen sein", sagte Eintracht-Sportchef Marc Arnold am Tag danach im Gespräch mit SPORT1

"Nach den genauen Gründen muss man Wolfsburg fragen. Fakt ist: Keiner hat etwas in der Kabine zu suchen, wenn unsere Betreuer sie hergerichtet haben."

Nach Informationen der Bild-Zeitung soll sich Wolfsburgs Zeugwart Heribert Rüttger nach dem Spiel bei Arnold entschuldigt haben mit der Begründung, die Duschen seien von selber angesprungen.

Dem widersprach der Braunschweiger Mirko Boland: "Wir haben es extra ausprobiert, man muss schon die Knöpfe drücken, damit Wasser fließt."

Wolfsburgs Erklärung: Automatischer Spülvorgang

Die Gastgeber blieben allerdings auf SPORT1-Nachfrage bei ihrer Version. 

"Aus Hygiene-Gründen findet alle 24 Stunden ein automatisch ausgelöster Spülvorgang aller sanitären Anlagen in der Volkswagen Arena statt", erklärte Thomas Franke, Leiter Organisation und Stadionbetrieb in Wolfsburg:

"Es handelt sich hierbei also keinesfalls um eine bewusste Störung durch den VfL. Die Geschäftsführung des VfL hat den Sachverhalt bereits heute Vormittag gegenüber den Verantwortlichen der Eintracht erklärt."

Eine Spitze gegen die Braunschweiger Organisation konnte sich Franke dabei nicht verkneifen: "Offenbar muss Eintracht Braunschweig die Fußballschuhe der Spieler in der Vorbereitungsphase des Spiels - warum auch immer - im Duschbereich platziert haben."

Arnolds Replik: "Wenn dem so sein sollte, wäre ein Hinweis vorab sinnvoll gewesen."

Kapitän Reichel hofft auf den Fußballgott

Der Sportchef sieht den ungewöhnlichen Vorgang durchaus als Beeinträchtigung. "Wenn es regnet, müssen Spieler ja auch in nassen Schuhen spielen. Nur würden wir ganz gern selbst entscheiden, wann das der Fall ist", sagte er.

Entsprechend verärgert war auch Ken Reichel. "Irgendein Wolfsburger hat sich einen Scherz erlaubt, unsere Schuhe standen unter Wasser. Es gibt einen Fußball-Gott, der bestraft solche Sachen", meinte Braunschweigs Kapitän.

Und Trainer Torsten Lieberknecht monierte: "Irgendwas ist falsch gelaufen in der Kabine."

Frust über Schiedsrichterentscheidung

Der Coach war ohnehin in Rage, weil dem entscheidenden Wolfsburger Treffer durch Mario Gomez gleich zwei Fehler des Schiedsrichters vorausgingen

Dem Elfmeterpfiff von Schiedsrichter Sascha Stegemann ging ein Handspiel von Gomez voraus. Eintracht-Profi Gustav Valsvik wurde danach aus kurzer Distanz angeschossen.

"Deswegen hasse ich diese Relegation. Das ist keine Entscheidung, die der Schiedsrichter bewusst trifft. Aber es ist eben eine Entscheidung, die extrem weh tut. Und dann ist für diesen Moment fast die Saison am Arsch", wütete Lieberknecht in der ARD(Die Stimmen zum Spiel)

So sah es auch Arnold. "Er liegt komplett falsch. Von Gomez war es eindeutig Hand."

Positiv wertete er die Reaktion Stegemanns, der nach der Begegnung einen Fehler zugegeben hatte. "Immerhin hat der Schiedsrichter öffentlich eingestanden, dass er eine entscheidende Szene nicht korrekt bewertet hat", sagte er SPORT1.

Unverständnis über Ansetzung Stegemanns

Auf großes Unverständnis stieß beim Zweitligisten zudem die Ansetzung Stegemanns, der bereits am 29. Spieltag bei Hannover 96 (0:1) Mitte April eine elfmeterwürdige Szene übersehen hatte.

"Erst in Hannover, jetzt hier", schrie Lieberknecht deutlich hörbar beim Gang in die Kabine.

Damals hatte Martin Harnik den Ellenbogen gegen Julius Biada ausgefahren.

"Bei der Ansetzung fragt man sich schon: Wozu tut der DFB das seinen Schiedsrichtern an? Eigentlich sollte er seine eigenen Leute schützen vor solchen Diskussionen, wie wir sie jetzt führen", sagte Arnold.

"Bei Gräfe war es wahrscheinlich noch eine brisantere Sache. Aber in unserem Spiel in Hannover hatte Herr Stegemann uns schon mal in einer Elfmeter-Situation benachteiligt."

Gomez sind Braunschweigs Proteste "völlig egal"

Wolfsburgs Lebensversicherung Gomez kümmerten die Proteste des Verlierers dagegen nicht. 

"Das ist mir völlig egal. Allein ich hätte in dieser Saison fünf Elfmeter bekommen müssen. Umso schöner, dass wir ihn dann in so einem Spiel bekommen", meinte der Matchwinner.

Und zu seinem klaren Handspiel davor erklärte Gomez: "Ich habe ihn auf jeden Fall mit der Brust gespielt. Ob er danach noch an die Hand geht, weiß ich nicht."

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