VfL Wolfsburg v SC Paderborn 07 - Bundesliga
Schiedsrichter Manuel Gräfe hat eine besondere Vorgeschichte mit dem Hamburger SV © Getty Images

Nicht nur der frühere FIFA-Referee Bernd Heynemann sieht die Ansetzung von Manuel Gräfe beim Abstiegsgipfel kritisch. Der DFB steht zu der Ansetzung.

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Der heiße Abstiegsknaller zwischen dem Hamburger SV und dem VfL Wolfsburg am Samstag (ab 15 Uhr im LIVETICKER und in unserem Sportradio SPORT1.fm) erhält zusätzliche Brisanz. Der DFB hat Schiedsrichter Manuel Gräfe für das Spiel nominiert. Ausgerechnet jenen Unparteiischen, dem der HSV seine Erstklassigkeit zu verdanken hat. 

In der Abstiegsrelegation 2015 pfiff Gräfe in der Nachspielzeit ein umstrittenes Handspiel gegen den Karlsruher SC. Hamburg traf per Freistoß zum Ausgleich - und sprang dem Abstieg im letzten Moment von der Schippe.

Dass Gräfe nun wieder pfeifen soll, verwundert viele Fans und Experten. Bei SPORT1 übt der frühere FIFA-Referee Bernd Heynemann Kritik, auch Markus Merk zeigt sich verwundert.

Der DFB zeigt sich davon unbeeindruckt: Eine Änderung der Ansetzung stehe "in keiner Weise zur Debatte", zitiert die Süddeutsche Zeitung einen Verbandssprecher.

Gräfes Ansetzung für Heynemann "unglücklich"

Heynemann sieht die Ansetzung des Berliners kritisch. "Man kann nur hoffen, dass nichts passiert. Aber wenn in einer entscheidenden Szene etwas passieren sollte, hat der DFB ein Problem", sagte Heynemann bei SPORT1. Der 63-Jährige erinnert sich an das Zerwürnis zwischen Schalke 04 und Ex-Weltschiedsrichter Markus Merk. 

"Was das für Nachwirkungen haben kann - auch noch Jahre danach -, haben wir ja bei Markus Merk 2001 gesehen, als er den Freistoß in Hamburg für Bayern gegeben hat. So etwas wirkt nicht nur ein paar Monate, sondern Jahre nach", sagte Heynemann. Mit Blick auf Gräfes Spiel am kommenden Samstag sagte er: "Jetzt diese Ansetzung zu treffen, ist sehr unglücklich."

Merk: "Schiedsrichter soll nicht im Fokus stehen"

Unterstützung erhielt Heynemann von Merk persönlich: "Hätte man mich gefragt, welcher Schiedsrichter für dieses Spiel nicht in Frage kommt, wäre ich auf genau einen Namen gekommen", sagte Merk der Hamburger Morgenpost. Er meinte Gräfe. 

"Diese Ansetzung ist für mich unglaublich erstaunlich. Ich verstehe sie nicht. Das Wichtigste ist immer, dass der Schiedsrichter nicht im Fokus steht - sondern das Spiel! Das ist hier, bei aller unbestrittenen Kompetenz von Manuel Gräfe, nicht möglich", sagte Merk.  

Der frühere Bundesliga-Schiedsrichter Peter Gagelmann sprach sich bei Sky indes für Gräfe aus: "In wichtigen Spielen kommt es immer auf die Qualität des Schiedsrichters an. Manuel Gräfe hat die meiste Erfahrung, so gesehen ist die Ansetzung vollkommen nachvollziehbar", sagte er.

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