Markus Gisdol schwört sein Team auf den Abstiegskampf ein
Markus Gisdol fordert, dass es "wieder etwas Besonderes sein müsse, das HSV-Trikot zu tragen" © Getty Images

Hamburg - Markus Gisdol plant nach dem Klassenerhalt des Hamburger SV für die neue Bundesliga-Saison. Und fordert Spieler, "die stolz sind, das HSV-Trikot zu tragen".

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Markus Gisdol hat nach dem knappen Klassenerhalt des Hamburger SV ein klares Anforderungsprofil für neue Spieler vorgegeben. "Wir brauchen Spieler, die stolz sind unser Trikot zu tragen", forderte der HSV-Trainer im Interview mit der Fussball Bild.

Nach der erneut sehr durchwachsenen Saison des Bundesliga-Dinos will Gisdol den Kader umbauen, um eine weitere Zittersaison zu vermeiden. "Wir müssen Spieler finden, die hungrig sind. Egal wie alt sie sind. Spieler, mit denen der Zuschauer sich identifizieren kann", meinte er.

Gisdol fordert Bescheidenheit

Bei aller Angriffslust, die der 47-Jährige versprühte, bremste er die traditionell rasch überbordernden Erwartungen im HSV-Umfeld vorsorglich.

"Bitte bleibt bescheiden!", appellierte er, "auf dem Weg zu einer nachhaltigen Stabilsierung muss man kleine Schritte akzeptieren. Ein Platz im gesicherten Mittelfeld wäre schon ein großer Schritt."

Zudem gab Gisdol im Interview mit der Hamburger Morgenpost Einblicke in sein Seelenleben während der nervenaufreibenden Saison.

"Es sind Tränen geflossen"

"Das war die brutalste Saison meiner Karriere", gestand er, "ich habe wahnsinnig viel dazugelernt und bin dafür dankbar. Aber ich bin nicht scharf darauf, noch einmal durch die Hölle gehen zu müssen."

Auch die Familie des Fußballlehrers litt unter der Dauerkrise beim HSV. "Ich musste oft sonntags anrufen und sagen, dass ich nicht kommen kann, weil zu viel zu tun war. In den letzten fünf Monaten gab es vielleicht fünf Tage, an denen ich in der Heimat war. Zu Hause sind daher auch mal Tränen bei meinem Sohn geflossen.

Umbruch steht bevor

Dem HSV steht im Transfersommer ein Umbruch bevor. Mit Torwart Rene Adler und Linksverteidiger Matthias Ostrzolek (zu Hannover 96) verabschiedeten sich bereits zwei langjährige Stammkräfte. Einige Spieler wie Ex-Kapitän Johan Djourou haben keine Zukunft mehr an der Elbe.

In den letzten vier Jahren entgingen die Hanseaten dreimal nur haarscharf dem Abstieg. Entsprechend groß ist die Sehsucht von Fans und Umfeld, ab dem Sommer wieder in ruhigere Fahrwasser zu gelangen.

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