Michael Tarnat  war von 2010 bis 2015 sportlicher Leitung der FCB-Nachwuchsabteilung
Michael Tarnat war von 2010 bis 2016 Nachwuchs-Chef beim FC Bayern © Imago

Der Ex-Jugendchef Michael Tarnat sieht große Probleme in der Jugendarbeit des FC Bayern München. Borussia Dortmund sieht er da klar im Vorteil.

David Alaba ist der letzte Spieler beim FC Bayern München, der den Sprung aus der Bayern-Jugend zu den Profis geschafft hat. Der Ex-Jugendchef Michael Tarnat sieht darin ein großes Problem für den Rekordmeister.

Denn wenn die jungen Talente sehen, dass es bei Bayern so extrem schwer ist, den Sprung zu den Profis zu schaffen,werde es "auch schwierig, neue Spieler in der Jugend zu verpflichten", meinte Michael Tarnat im Interview mit der Bild:

"Die Talente aus anderen Klubs bekommen das ja mit und fragen sich: Soll ich dahin wechseln? Da habe ich ja keine Chance nach oben. Da sehe ich eine Riesen-Gefahr. Ich kenne Spieler, die angesprochen wurden und die genau das sagen."

Ausgerechnet dem Erzrivalen der Bayern attestiert der 47-Jährige in dem Bereich klare Vorteil: "Dortmund ist das beste Beispiel. Die haben einen starken Kader, aber mit Felix Passlack, Christian Pulisic oder Dzenis Burnic Jungs, die die Möglichkeit haben, bei den Profis zu spielen. Für die Motivation ist das sehr wichtig."

Als gangbares Modell für die Zukunft empfiehlt der Ex-Bayern Profi, der von 2010 bis 2016 Nachwuchs-Chef beim Rekordmeister war, wieder mehr Spieler zu verleihen: "So wie es bei Lahm oder Alaba war."

Lob hat Tarnat für Louis van Gaal übrig: "Er war zumindest der letzte, der sie richtig zu sich genommen, sie ausgebildet und sie weitergebracht hat. Das muss man schon sagen."

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