Mario Götze und Julian Draxler (r.) holten 2014 gemeinsam den WM-Titel © Imago

Julian Draxler kritisiert in einem Interview den Hype um Fußballprofis. Der Offensiv-Star von Paris Saint-Germain nennt den Fall Mario Götze als negatives Beispiel.

Wenn Borussia Dortmund und Eintracht Frankfurt am Samstag (ab 20 Uhr LIVE in unserem Sportradio SPORT1.fm und im LIVETICKER) um den DFB-Pokal spielen, kann Mario Götze nur tatenlos zusehen.

Noch ist unklar, wann der WM-Held von 2014 wieder auf den Rasen zurückkehrt. Seit Ende Februar setzt ihn eine Stoffwechselstörung außer Gefecht - eine ominöse Krankheit, die möglicherweise auch auf psychische Probleme zurückzuführen ist.

Götzes Nationalmannschaftskollege Julian Draxler hat sich in einem Interview deshalb kritisch zu dem Umgang mit Fußballprofis geäußert. 

"Die Erwartungen sind überall hoch. Aber manchmal ist es schon krass", sagte der Offensiv-Star von Paris Saint-Germain dem Magazin football mzgn: "Mario hat uns zum Weltmeistertitel geschossen und unmittelbar nach der WM als einer der wenigen Spieler auch in der Liga noch stark gespielt. Dann haben die Bayern noch einen Haufen anderer Top-Spieler für den Offensivbereich geholt. Und Mario musste sich schon bald fragen lassen, ob er 'bereut' habe, das Tor im WM-Finale geschossen zu haben. Der Hype ist enorm. Sowohl in die eine als auch die andere Richtung."

"Lasse einige Dinge nicht mehr an mich ran"

Draxler gab zu, aus dem Fall Götze auch selbst gelernt zu haben: "Ich lasse einige Dinge nicht mehr so extrem an mich ran. Ich bin viel klarer in der Beurteilung und Bewertung dessen, was um meine Person herum passiert und entwickle ein immer stärkeres Gefühl dafür, was für mich gut und richtig ist und was nicht."

In Paris fühlt sich der ehemalige Schalker und Wolfsburger pudelwohl. Er habe sofort nach seinem Wechsel im Winter den Eindruck gewonnen, "dass mir der Schritt sportlich sehr gut tun und mich auch persönlich weiterbringen würde."

Draxler wohnt und lebt bewusst mitten in Paris. "Ab und zu kommen Freunde zu Besuch und wir erzählen uns gegenseitig auch mal zwei Tage lang ausschließlich Quatsch, gehen in Cafes und kleine Läden und schauen uns was an. Fußball spielt dann da auch mal keine große Rolle. Auch das brauche ich, um den Kopf frei zu bekommen und auf dem Platz gute Leistung zu bringen", gab der 23-Jährige zu verstehen.

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