Wolfsburg - Der VfL behauptet sich im ersten Relegations-Derby gegen Braunschweig dank eines unberechtigten Handelfmeters. Der Schiedsrichter gibt seinen Fehler zu.

Pflicht erfüllt, der Rettung nah - wenn auch mit kräftiger Unterstützung des Schiedsrichters. Dank eines unberechtigten Elfmetertreffers von Mario Gomez winkt dem VfL Wolfsburg ein positives Ende seiner Horror-Saison.

Die Mannschaft von Trainer Andries Jonker besiegte den Zweitligisten Eintracht Braunschweig im hitzigen Hinspiel des Relegations-Derbys mit 1:0 (1:0) und hat damit gute Chancen auf den Last-Minute-Klassenerhalt. 

Die Entscheidung fällt im Rückspiel am Montag (ab 20.30 Uhr LIVE in unserem Sportradio SPORT1.fm und im LIVETICKER) in Braunschweig.

Im Abstiegskampf bleibt Gomez Wolfsburgs personifizierte Lebensversicherung. Der Nationalspieler erzielte das Tor des Tages in der 35. Minute per Handelfmeter - einem irregulären.

"Deswegen hasse ich diese Relegation. Das ist keine Entscheidung, die der Schiedsrichter bewusst trifft. Aber es ist eben eine Entscheidung, die extrem weh tut. Und dann ist für diesen Moment fast die Saison am Arsch", wütete Braunschweigs Trainer Torsten Lieberknecht nach Abpfiff in der ARD. (Die Stimmen zum Spiel)

Schiedsrichter gibt Fehler zu

Dem Elfmeterpfiff von Schiedsrichter Sascha Stegemann ging ein Handspiel von Gomez voraus. Eintracht-Profi Gustav Valsvik wurde danach aus kurzer Distanz angeschossen.

"Ich habe die Situation so wahrgenommen, dass der Braunschweiger Verteidiger den Schuss mit weit abgespreiztem Arm abgeblockt hat - deshalb habe ich auf strafbares Handspiel entschieden. Wenn ich jetzt die Fernsehbilder sehe und alle Perspektiven auswerte, dann wäre es besser gewesen, wenn ich auf den Pfiff verzichtet hätte. Weil man in der Kameraperspektive auch sieht, wie der Arm nach hinten wegsteht. Das ist natürlich ärgerlich", gab Stegemann hinterher bei Sky zu.

Gomez war es herzlich egal. Der Torjäger, der schon in der regulären Spielzeit 16 aller 34 VfL-Treffer erzielt hatte, brachte den Pokalsieger von 2015 dem Klassenerhalt ein gutes Stück näher.

Pikant: Wäre das Handspiel von Gomez gepfiffen worden und hätte er die Gelbe Karte gesehen, wäre Wolfsburgs bester Torjäger im entscheidenden Rückspiel gesperrt gewesen.

Gomez: "Ich kann gut schlafen"

"Ich kann gut schlafen, das 1:0 ist ein sehr gutes Ergebnis. Jetzt brauchen wir noch ein Tor in Braunschweig und wir sind gerettet", sagte Gomez. 

Die Wölfe wollen ihren Fans unbedingt ein rabenschwarzes Jubiläum ersparen und auch 20 Jahre nach ihrem Bundesliga-Aufstieg weiter erstklassig bleiben. (Das Spiel zum Nachlesen im Ticker)

"Ich hätte gerne einen höheren Sieg eingefahren. Wir haben aber kein Gegentor kassiert, das ist gut", sagte Wölfe-Coach Jonker in der ARD.

Braunschweig fühlt sich benachteiligt

Braunschweigs sportlicher Leiter Marc Arnold war enttäuscht und haderte bei Sky mit der Schiedsrichter-Entscheidung: "Er liegt komplett falsch. Von Gomez war es eindeutig Hand."

Die Braunschweiger fühlten sich schon am 29. Zweitliga-Spieltag bei Hannover 96 (0:1) Mitte April benachteiligt, als ebenfalls Stegemann eine elfmeterwürdige Szene übersah. Damals hatte Martin Harnik den Ellenbogen gegen Julius Biada ausgefahren.

Für Ärger bei den Gästen zudem die Tatsache, dass ihre Fußballschuhe vor dem Anpfiff in der Kabine durchnässt worden waren.

Für den vierten Aufstieg der Vereinsgeschichte benötigen die Löwen am Montag einen Sieg mit mindestens zwei Toren Unterschied.

Die Statistik spricht jedoch eher für die Wölfe: So setzte sich in den Relegationsspielen der vergangenen vier Jahre stets der Bundesligist durch.

Weiterlesen