Martin Volkmar Hamburger SV
© SPORT1-Grafik: Imago / Philipp Heinemann

Wieder retten sich die Hamburger in letzter Minute vor dem Abstieg. Doch das hat keineswegs nur mit Glück zu tun. Der SPORT1-Kommentar zum letzten Bundesliga-Spieltag.

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Wenn ein Verein vier Jahre in Folge im Tabellenkeller steht, dann wäre der Gang in die Zweite Liga möglicherweise die verdiente Konsequenz.

Doch der Hamburger SV hat auch in dieser Saison mit einer dramatischen Last-Minute-Rettung den ersten Abstieg der Bundesliga-Geschichte verhindert. Nur Glück also?

Ich meine: Nein. Der Klassenerhalt des Hamburger SV ist verdient.

Weil die Mannschaft nach dem Trainerwechsel zu Markus Gisdol den Turnaround geschafft hat: In der Rückrunde waren die Hanseaten mit 25 Punkten (von insgesamt 38) das siebtbeste Team, holten aus den letzten 22 Spielen sogar 34 Zähler.

Weil die Mannschaft nie aufgab: Die späten Tore zum 1:1 letzte Woche auf Schalke und am Samstag zum 2:1 gegen Wolfsburg waren keine Ausnahmen, denn bei allen sechs Heimsiegen nach der Winterpause traf der HSV nach der 75. Minute.

Weil der Bundesliga-Dino zu Hause wieder eine Macht ist: 28 der 38 Punkte holte das Team im Volksparkstadion, ist damit die zehntbeste Heimelf.

Weil sich die Mannschaft nicht unterkriegen ließ: Ungeachtet des Dauerdrucks in der Medienstadt Hamburg, der permanenten Unruhe in Verein und Umfeld und den zahlreichen Rückschlägen wie dem 0:8-Debakel beim FC Bayern behielt das Team bis zum finalen Kopfballtor von Matchwinner Luca Waldschmidt am Samstag die Nerven.

Und deshalb müssen nun die Wolfsburger nach der 17. (!) Saisonniederlage in die Relegation, die beim zu erwartenden Lokalderby gegen Eintracht Braunschweig eine Zitterpartie werden dürfte.

"Wir haben das bekommen, was wir verdient haben", sagte Mario Gomez danach. Dem ist nichts hinzuzufügen.

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