AS Monaco v Borussia Dortmund - UEFA Champions League Quarter Final: Second Leg
Marco Reus hätte das Hinspiel gegen Monaco lieber auf einen anderen Tag verschoben © Getty Images

Beim BVB sorgt das Champions-League-Spiel gegen Monaco weiter für Unruhe. Offenbar wollten neben Trainer Tuchel auch die Spieler die Partie verlegen lassen.

Der Trennung zwischen Borussia Dortmund und Trainer Thomas Tuchel ist angeblich eine heftige Auseinandersetzung der Mannschaft mit der Vereinsführung über den Umgang mit dem Anschlag auf den BVB vom 11. April vorausgegangen.

Wie die Wochenzeitung Die Zeit in ihrer am Donnerstag erscheinenden neuesten Ausgabe berichtet, plädierten mehrere Spieler während einer Mannschaftssitzung vor dem Abschlusstraining für das Nachholspiel gegen AS Monaco am 12. April (2:3) für eine weitere Verschiebung oder Absage der Partie, darunter Nationalspieler Marco Reus.

Demnach sei Reus aufgestanden und habe im Namen der Mannschaft dem Dortmunder Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke gesagt: "Ich halte es für falsch, dass wir heute Abend spielen." 

Allerdings sei die einzige Alternative gewesen, das Spiel mit 0:3 gegen den BVB zu werten. "Während der Sitzung am Vormittag des Spieltags waren sicher 40 Personen in der Kabine. Wir haben den Spielern gesagt, dass es leider nur eine Alternative zum Antreten gibt: Wir sagen die Partie ab und sie wird mit 3:0 für Monaco gewertet", erklärte Manager Michael Zorc der Bild.

Reus spricht für die Mannschaft

Daraus habe sich ein Wortwechsel mit Watzke entwickelt. Als Reaktion habe sich erst Gonzalo Castro zu Wort gemeldet und Reus' Sicht unterstützt, schließlich auch drei weitere Spieler. Watzke hatte dagegen öffentlich behauptet, es habe "niemand den Wunsch an mich herangetragen", das Spiel abzusagen.

"Aki Watzke und ich hatten und haben keinen Streit, sondern ein gewachsenes Vertrauensverhältnis", teilte Reus am Mittwoch dem SID mit: "Und das beinhaltet, dass man auch mal anderer Meinung sein kann und offen über gewisse Dinge diskutieren kann. Aki hat uns nach dem Anschlag letztlich angeboten, dass die Spieler, die nicht auflaufen wollen, sich noch bis zum Nachmittag melden können."

Tuchel hatte nach der Champions-League-Partie die Ansetzung kritisiert. Es habe die Spieler unendlich geschmerzt, "dass hier ein Viertelfinale zu Hause stattfindet und sie sich da wie reingeschoben fühlt".

Watzke: Keiner ist an mich herangetreten

Watzke verteidigte sich. "Es hätte am Nachmittag des Spieltags immer noch die Möglichkeit gegeben, nicht anzutreten. Wir hätten das mit der UEFA gelöst. Aber das wollte offenbar niemand, denn dieses Angebot bestand ja. Wir waren nach mehreren Gesprächen sehr sicher, eine gemeinsame Position mit dem Trainer zu haben", sagte der BVB-Boss der Zeit.

Zorc schloss sich Watzke an: "Wir alle hätten großen Respekt vor einer solchen Entscheidung gehabt. Von diesem Angebot hat niemand Gebrauch gemacht."

Watzke erklärte in der Süddeutschen Zeitung sogar, dass Tuchel klar für eine Austragung des Spiels war. "Der Trainer hat mir in der gesamten Zeitspanne zwischen dem Anschlag und dem Anpfiff des Nachholspiels immer wieder bestätigt: Wir können spielen. Wir wollen spielen. Er hat keine eigenen Bedenken oder Bedenken von Spielern vorgetragen."

BVB-Mittelfeldspieler Nuri Sahin hatte am 13. Mai im Aktuellen Sportstudio des ZDF erklärt: "Uns wurde freigestellt, ob wir spielen wollen oder nicht. Aber wir sind lange genug in diesem Geschäft dabei, dass wir wissen, dass nicht Herr Watzke oder Reinhard Rauball entscheiden, sondern die UEFA."

Wie die Wochenzeitung weiter berichtet, war das Verhältnis zwischen Trainer und Verein seit dem vergangenen Sommer angespannt, nachdem Borussia Dortmund, anders als versprochen, Mats Hummels, Ilkay Gündogan und Henrikh Mkhitaryan verkauft hatte. Tuchel habe dies als Vertrauensbruch gewertet.

Weiterlesen