Manager Ralf Rangnick von RB Leipzig
Ralf Rangnick (Bild) und Dietmar Hopp haben heute kein Verhältnis mehr © Getty Images

Dietmar Hopp macht seinem Ex-Trainer schwere Vorwürfe. Ralf Rangnick will das nicht auf sich sitzen lassen und spricht von einem "Dissens in der Wahrnehmung".

Mehrheitseigner Dietmar Hopp von Bundesligist TSG Hoffenheim hat seinen früheren Cheftrainer Ralf Rangnick scharf kritisiert.

Hopp wehrte sich gegen Vorwürfe, er habe Rangnick in dessen Zeit als Coach der TSG (2006 bis 2011) stets bei der Arbeit reingeredet.

"Das entspricht nicht der Wahrheit", sagte Hopp der Sport Bild. Der heutige Leipzig-Sportdirektor Rangnick habe ein Budget von 40 Millionen Euro erhalten. "Das fand er gut. Aber dann hat er gemacht, was er wollte, und das Geld mit vollen Händen ausgegeben. Das hätte nicht länger so weitergehen können", betonte Hopp.

Rangnick wehrte sich umgehend. "Über die Aussagen war ich sehr überrascht. Zumal sie nicht der Wahrheit entsprechen", sagte der 58-Jährige der Bild und führte weiter aus: "Jeder in der Branche weiß, welche Marktwerte in dieser Zeit in Hoffenheim geschaffen wurden, siehe Carlos Eduardo, Luiz Gustavo, Demba Ba, Volland, Firmino etc. Es war nicht nur sportlich eine erfolgreiche Zeit, in der wir von der Regionalliga in die Bundesliga aufgestiegen sind, sondern auch wirtschaftlich."

"Dissens in der Wahrnehmung"

Der Unternehmer und Milliardär Hopp hatte dem Trainer im Anschluss in Jan Schindelmeiser einen Manager vor die Nase gesetzt, um die Ausgaben-Wut von Rangnick zu bremsen.

"Aber er hörte nicht auf. Als klar war, dass unser Stürmer Obasi wegen Olympia drei Spiele lang ausfallen würde, wollte Rangnick einen Ersatz. Er kam mit Mario Gomez, der sollte 30 Millionen Euro kosten. Da habe ich gesagt: 'Ralf, das schaffe ich nicht, und ich will es auch nicht.'"

Das lässt Rangnick so nicht auf sich sitzen: "Auch hier herrscht ein offensichtlicher Dissens in der Wahrnehmung. Ich habe ihm (Hopp, Anm. d. Red.) lediglich mitgeteilt, dass Mario Gomez sich vorstellen konnte, zur TSG zu wechseln."

Zur Personalie Schindelmeiser sagte Rangnick: "Dietmar weiß, dass die Beförderung von Jan Vertragsbruch war. Diesen Schritt hat er im völligen Alleingang gemacht. Dietmar und ich hatten zu Beginn der Zusammenarbeit klare Spielregeln aufgestellt, an die habe zumindest ich mich bis zum letzten Tag gehalten."

Darum ging Rangnick

Hopp hatte sich auch dagegen gewehrt, dass es zum Bruch kam, weil Luiz Gustavo angeblich hinter Rangnicks Rücken an die Bayern verkauft worden sei. Man habe dem Brasilianer in einem Brief zugesichert, dass er gehen könne, den Brief habe auch Rangnick unterschrieben.

Drei Tage nach dem Streit um Gustavo habe Rangnick erklärt, dass er in Hoffenheim weitermachen wolle. Hopp entgegnete, dass er das nicht mehr möchte, wollte Rangnick aufgrund von dessen Verdiensten aber nicht entlassen. Anfang 2011 trat Rangnick zurück. "Wir haben kein Verhältnis mehr", beschrieb Hopp die heutige Situation.

Auch dieser Darstellung widerspricht Rangnick: "Wir (Ernst Tanner, Hopp und Rangnick, Anm. d. Red.) haben gemeinsam einem Wechsel für den nächsten Sommer zugestimmt, und dies Gustavo schriftlich in einem Brief mitgeteilt. Als dann Luiz Gustavo hinter meinem Rücken, entgegen unserer Absprache, dennoch im Winter verkauft wurde, habe ich Dietmar um Auflösung meines Vertrages gebeten. Zu diesem Zeitpunkt waren wir in der Bundesliga Achter, hatten vier Punkte Rückstand auf Bayern München und standen im Viertelfinale des DFB-Pokals."

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