München und Dortmund - Die Anzahl der Ausraster von Ousmane Dembele nimmt zu. Auch Borussia Dortmund hat das Problem erkannt - und leitet entsprechende Konsequenzen ein.

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Das Thema Fouls lässt Borussia Dortmund einfach nicht los. Bereits in der Hinrunde mussten sich Thomas Tuchel und Co. des Öfteren damit auseinandersetzen, dass die BVB-Spieler angeblich häufiger gefoult werden als andere.

Nun hat sie die Thematik wieder eingeholt. Diesmal steht jedoch nur eine Person im Mittelpunkt: Ousmane Dembele.

Der bisweilen hitzköpfige Youngster fehlt den Borussen am kommenden Bundesliga-Spieltag gegen den FC Ingolstadt gelbgesperrt. Seine Auseinandersetzung mit Berlins Mitchell Weiser sorgte am vergangenen Wochenende für reichlich Aufregung.

Sperre wegen mangelnder Beherrschung

Insgesamt hat er in seinen bisherigen Pflichtspielen für den BVB sieben Verwarnungen kassiert - fünf davon aufgrund von Meckern, Ballwegschlagen oder anderen Unbeherrschtheiten.

Dass Dembeles Emotionalität so langsam zum Problem wird, haben auch die Verantwortlichen der Schwarz-Gelben erkannt. "Er hat manchmal ein übergroßes Temperament, in einigen Situationen muss er ruhiger werden", fordert deshalb Sportdirektor Michael Zorc.

Auch Tuchel sieht nicht über Dembeles Ausbrüche hinweg. "Für uns ist das aktuell ein großer Nachteil, weil er schon fünf Gelbe Karten hat. Gegen Ingolstadt wird er uns fehlen. Wir sprechen mit ihm", kündigte der BVB-Coach an.

Tuchel appelliert an erfahrene Spieler

Doch nicht nur das Trainerteam will sich Dembeles annehmen. "Es wird auch wichtig sein, dass erfahrene Spieler wie Aubameyang oder Reus auf ihn einwirken", ergänzte Tuchel, der Dembeles Charakter durchaus auch Positives abgewinnen kann: "Wir freuen uns auch über den Jähzorn und den Biss, den er entwickeln kann."

Das Verhalten und die aufkommende Diskussion um den Franzosen erinnern an den Fall eines älteren Landsmannes. Bayerns Franck Ribery fiel in der Vergangenheit mehrmals durch explosive Reaktionen auf.

Parellelen zu Franck Ribery

"Im Fußball gibt es auch andere Spieler, zum Teil auch ältere, denen mal die Gäule durchgehen", vergleicht auch Tuchel. Bei Ribery waren es stets die übermäßige Härte und die zahlreichen Fouls der Gegenspieler, die als Gründe für seine Ausraster herangezogen wurden.

Auch Dembele hat sich mittlerweile den Ruf als dribbelstarker, blitzschneller und qualitativ hochwertiger Akteur erarbeitet, den es möglichst zu stoppen gilt. Zur Not mit unfairen Mitteln. Er gehört mit 43 erlittenen Foulspielen zur Top 15 der am meisten attackierten Spieler.

Was wiederum mit sich bringt, dass Dembele Gefahr läuft, sich leicht provozieren zu lassen und bei seiner Reaktion über die Stränge zu schlagen.

Reif: Gelb für Dembele zu wenig

Laut Fußballexperte Marcel Reif war Dembele für seinen Tritt gegen Weiser am Samstag mit Gelb sogar gut bedient. "Für mich war deutlich zu erkennen, dass Dembele Weiser massiv tritt und auch trifft. Auf Basis dieser Perspektive wäre für mich glatt Rot für Dembele wegen einer üblen Tätlichkeit korrekt gewesen", sagte Reif im Gespräch mit SPORT1.

Dieses Bild postete Mitchell Weiser nach der Partie gegen Borussia Dortmund © instagram.com/mitch23elijah

Aus der erhöhten Reizbarkeit Dembeles werden womöglich immer mehr Gegner versuchen, Kapital zu schlagen. Etwa schon am Dienstagabend (ab 18 Uhr LIVE in unserem Sportradio SPORT1.fm und im LIVETICKER) die Sportfreunde Lotte im Viertelfinale des DFB-Pokals?

Die Debatte um Dembele wird auch dem Drittligisten nicht verborgen geblieben sein.

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