Rainer Bonhof wird am Mittwoch 65 Jahre alt
Rainer Bonhof wird am Mittwoch 65 Jahre alt © Getty Images

Rainer Bonhof wird am Mittwoch 65. Jahre alt. Der Weltmeister von 1974 feierte mit Borussia Mönchengladbach in den 70er Jahren viele große Erfolge.

Wer an Rainer Bonhof denkt, denkt an Fernschüsse und Tore, die waren wie ein Strich. Schüsse aus 20, 30 Metern, die nichts mit dem Tikitaka von heute zu tun haben. Am Mittwoch (29. März) wird der Weltmeister von 1974, heute Vizepräsident von Borussia Mönchengladbach, 65 Jahre alt. Gefeiert wird später. "So ein Tag unter der Woche, das ist ja Käse", sagte Bonhof.

Es gibt aus seiner aktiven Zeit, in der er mit Gladbach viermal deutscher Meister wurde (1971, 1975, 1976, 1977), den UEFA-Pokal gewann (1975) und 1973 gegen den 1. FC Köln den DFB-Pokal, eine herrliche Anekdote, die in der Borussia-Chronik veröffentlicht ist.

Fernschüsse wie ein Strich

"Er schießt schneller als Wyatt Earp!", klagte anfangs der 70er Liverpools Torhüter Ray Clemence nach einem UEFA-Cup-Spiel. Die Distanzschüsse der Marke Bonhof waren über viele Jahre im internationalen Fußball gefürchtet.

Der Ex-Profi mit seinem trockenen Humor: "Ich habe natürlich auch noch für den 1. FC Köln. Hertha BSC und den FC Valencia gespielt, mit dem ich auch noch Pokalsieger wurde und den seinerzeit existierenden Europapokal der Pokalsieger gewann. Aber eines ist klar: Ohne den damaligen Gladbach-Trainer Hennes Weisweiler wäre ich wohl Amateur bei SuS Emmerich geblieben. Ich muss dem Schicksal dankbar sein, dass es mich zu ihm geschickt hat."

Weltmeister 1974

Bonhof (53 Länderspiele/neun Tore) ist 1974 WM-Champion geworden - und zweimal Europameister. 1972 wurde er in der damals nur aus zwei Spielen bestehenden Endrunde nicht eingesetzt, 1980 stand er im Aufgebot, musste dann aber wegen einer Verletzung passen.

Der gebürtige Niederländer schmunzelt, wenn er auf seine "Oranje-Vergangenheit" angesprochen wird. Immerhin hat er Gerd Müller den Querpass zum entscheidenden 2:1 im WM-Finale gegen die Niederlande in München gegeben.

"Na ja, ich bin halt bei der WM 1974 nach dem 0:1 gegen die DDR in die Mannschaft gerückt. Wie genau die Abläufe waren, ob Franz Beckenbauer als Kapitän bei Bundestrainer Helmut Schön interveniert hat, das weiß ich nicht. Übrigens war der UEFA-Cup-Gewinn 1975 mit dem 5:1 bei Twente Enschede nach dem 0:0 im Hinspiel auch sehr schön."

Assistent von Vogts

Als Coach war Bonhof lange Jahre Assistent von Bundestrainer Berti Vogts, auch in Kuwait und Schottland tätig. Die Borussia spielte aber immer eine dominierende Rolle in seinem Leben: "Ich bin ja immer wieder nach Mönchengladbach zurückgekommen. Das ist meine Heimat, das ist mein Zuhause." Gemeinsam mit seiner Ehefrau Roswitha, von der nach rund 40 Jahren Zusammensein niemand Fremdes mehr weiß, weshalb ihr Spitzname "Mücke" ist.

Natürlich hat der Jubilar auch einen speziellen Wunsch. Ende April steht das DFB-Pokal-Halbfinale gegen Eintracht Frankfurt an, Bonhof: "Ich möchte noch einmal einen DFB-Pokalsieg erleben."

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