Friedrichshafen - Als erster Bayern-Verantwortlicher nimmt Uli Hoeneß Gratulationen zur Meisterschaft entgegen. Er erklärt, warum Leipzig für ihn nicht der ärgste Konkurrent ist.

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Der FC Bayern liegt in der Bundesliga mit 13 Punkten und einer deutlich besseren Tordifferenz vor Verfolger RB Leipzig. Bisher hat aber kein Verantwortlicher der Münchner die Meisterschaft offiziell für entschieden erklärt. Bis jetzt.

Denn für Bayern-Präsident Uli Hoeneß ist der Mannschaft von Trainer Carlo Ancelotti der Titel nicht mehr zu nehmen.

Auf die Frage, ob die Meisterschaft jetzt durch sei, antwortete Hoeneß bei einer Veranstaltung in Friedrichshafen: "Ja. Seit Samstag."

Am vergangenen Spieltag siegten die Bayern mit 1:0 bei Borussia Mönchengladbach, die Leipziger verloren mit 0:3 bei Werder Bremen.

Hoeneß nimmt Gratulation an

Als der Moderator auf dem Podium Hoeneß zur Meisterschaft gratulierte, antwortete der 65-Jährige: "Ich nehme sie an, danke! Das ist auch wieder so eine Sache - jetzt wird wieder einer sagen: 'Der Hoeneß ist arrogant'. Aber ich bin überhaupt nicht arrogant."

Hoeneß erklärte: "Ich finde, wenn man 13 Punkte Vorsprung hat und ein Torverhältnis mit – glaube ich – 40 Toren Vorsprung, dann sind das eigentlich 14 Punkte. Man muss sich doch nur mal vorstellen: Wir müssten fünf Mal verlieren und die anderen müssten fünf Mal gewinnen, um uns einzuholen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass das auf dieser Welt passieren kann."

Hoeneß lag bei der Tabellensituation knapp daneben: Die Tordifferenz des Rekordmeisters ist um 33 Treffer positiver als die von Leipzig.

Knackpunkt im Meisterkampf sei der 3:0-Sieg der Bayern gegen RB am letzten Spieltag vor der Winterpause gewesen: "Wenn wir das Spiel gegen Leipzig nicht gewonnen hätten, wäre es ganz eng geworden. Wenn wir verloren hätten, wären die uns total auf der Pelle gehangen."

Respekt für Dortmund

Ärgster Konkurrent ist für Hoeneß auf lange Sicht aber weiterhin der BVB: "Unser größter Verfolger wird immer Borussia Dortmund sein. Das ist gar keine Frage, weil die immer eine gute Mannschaft haben. Die haben auch dieses Jahr eine gute Mannschaft, aber eine sehr junge, die noch Entwicklungspotential hat", meinte er.

Hoeneß warnte jedoch auch vor den wirtschaftlichen Möglichkeiten in Leipzig durch das Engagement von Red Bull und Konzernchef Dietrich Mateschitz: "Leipzig habe ich auf dem Zettel, weil ich von Herrn Mateschitz weiß, dass er Geld investieren wird in diese Stadt. Und wer weiß, was er für Möglichkeiten hat, der weiß, dass es ernst wird. Darauf müssen wir uns einstellen."

Gegen Konkurrenz hat der Bayern-Präsident aber nichts - ganz im Gegenteil: "Ich finde es gut, wenn es zwei, drei oder vier Mannschaften gibt, die uns richtig bedrängen. Weil auf die Dauer ist es wichtig, dass wir große Konkurrenz haben, um Leistungssteigerungen bei uns hervorzurufen."

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