Lothar Matthäus
Lothar Matthäus arbeitete bereits als Co-Trainer bei Red Bull Salzburg © Getty Images

Im Jahr 2006 denken die Red Bull-Verantwortlichen darüber nach, einen Verein in Deutschland aufzubauen. Lothar Matthäus gibt eine besondere Empfehlung.

Hat Lothar Matthäus den Erstliga-Fußball zurück nach Leipzig gebracht?

Im KLUB-Magazin von RB Leipzig hat der Weltmeister von 1990 nun verraten, dass er den Verantwortlichen von Red Bull zum Standort Leipzig geraten hat, als sie ihn nach seiner Meinung gefragt haben.

In der Saison 2006/07 arbeitete Matthäus als Co-Trainer bei Red Bull Salzburg und war beeindruckt von der Infrastruktur des österreichischen Klubs. "Als dann die Entscheidung fiel, dass sich Red Bull auch im deutschen Fußball engagiert, war ich sofort überzeugt, dass ein tolles, nachhaltiges Projekt entsteht. Den Standort Leipzig hatte ich vorher sogar mal in den Raum geworfen," erinnert sich Matthäus.  

Düsseldorf oder Leipzig

Als der heute 56-Jährige zur Vertragsunterzeichnung mit den RB-Verantwortlichen zusammen kam, tauschten sie sich auch über den deutschen Fußball aus. "Schon damals gab es die Idee bei Red Bull, einen Klub in Deutschland zu unterstützen. Und da wurde ich gefragt, welchen Standort ich als sinnvoll einschätzen würde. Ich sagte: Es gibt zwei Möglichkeiten: die eine ist Düsseldorf, die andere Leipzig."

Ob seine Einschätzung am Ende zur Entscheidung pro Leipzig beigetragen hat, weiß Lothar Matthäus nicht. "Ich habe nur gesagt, dass in Düsseldorf und in Leipzig die Rahmenbedingungen passen würden. Besser aber noch in Leipzig, weil es in Düsseldorf viele Fußball-Konkurrenten im Umkreis gibt. Dagegen sind in der Region rund um Leipzig alle Leute hungrig nach Fußball," äußert sich Matthäus im KLUB-Magazin.

Matthäus begeistert von RB Leipzig

Mit Blick auf die heutige Situation beim Rekord-Aufsteiger kommt der 56-Jährige ins Schwärmen: "Wenn man heute die Freude und Begeisterung in der Red Bull Arena sieht, finde ich das großartig. Der Plan, in Leipzig etwas aufzubauen, ist zu einhundert Prozent aufgegangen."

Auch vom Konzept der Leipziger ist Matthäus angetan. Der Aufsteiger sei eine "Bereicherung für den deutschen Fußball. Die Investitionen, die getätigt werden, waren von Beginn an zukunftsorientiert. Es wurden keine teuren, fertigen Stars gekauft. Stattdessen hat man seine eigenen Top-Spieler gezielt geformt. Natürlich braucht man auch dafür wirtschaftliche Möglichkeiten. Doch diese werden in Leipzig viel sinnvoller eingesetzt als bei anderen Vereinen."

RB Leipzig spielte 2013 noch in der 4. Liga, nach drei Aufstiegen in vier Jahren sind die "Roten Bullen" der derzeit beste Bundesliga-Aufsteiger aller Zeiten.

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