Nur zehn Millionen Euro soll der BVB für Mo Dahoud hingeblättert haben © SPORT1-Grafik Philipp Heinemann / Getty Images

München - Borussia Dortmund bastelt mit der Verpflichtung von Mahmoud Dahoud weiter am Kader für die Zukunft - auch um dem Topstar den Verbleib schmackhaft zu machen.

von

Max Eberl konnte seinen Frust nicht verbergen.

"Wenn er uns verlässt, das ist scheiße", sagte der Sportdirektor von Borussia Mönchengladbach über den Wechsel von Mittelfeld-Juwel Mahmoud Dahoud zu Borussia Dortmund.

Oder wie Eberl meinte: "Zur falschen Borussia."

Dahoud sah das offensichtlich anders - und gab dem BVB dem Vernehmen nach auch den Vorzug vor mehreren Interessenten aus dem Ausland, insbesondere aus der englischen Premier League.

BVB Topadresse für Talente

Kein Wunder, schließlich gilt Dortmund spätestens seit dem vergangenen Sommer als Wohlfühloase für die Hochbegabten unter den Fußballtalenten dieser Welt.

Mikel Merino (Jahrgang 1996), Raphael Guerreiro (1993), Ousmane Dembele (1997) und Emre Mor (1997) schlossen sich damals den Schwarzgelben an, im Winter kam noch Alexander Isak (1999) hinzu. Christian Pulisic (1998), Julian Weigl (1995) und Felix Passlack (1998) waren ohnehin schon da.

Nun also auch noch Mahmoud "Mo" Dahoud, Jahrgang 1996, deutscher U21-Nationalspieler.

"Mo Dahoud ist ein hochtalentierter und spannender Spieler für das zentrale Mittelfeld, den wir seit mehreren Jahren sehr intensiv beobachten. Er hat bereits nachgewiesen, dass er auf Top-Niveau spielen kann", sagte BVB-Sportdirektor Michael Zorc über den Neuzugang.

Transfer mit Signalwirkung

Dieser ist ein weiteres Ausrufezeichen und ein klares Signal, wohin es mit dem BVB in den kommenden Jahren gehen soll.

Aktuell stehen die Dortmunder zum fünften Mal in Folge in der K.o.-Phase eines europäischen Wettbewerbs, darunter zum dritten Mal unter den letzten Acht der Königsklasse.

Viel bessere Adressen als den Signal Iduna Park gibt es im europäischen Vereinsfußball schon jetzt nicht - und schaut man sich den Kader des BVB einmal genauer an, wird sich dieser Eindruck in naher Zukunft wohl eher noch verstärken.

Bis auf Lukasz Piszczek ist kein Stammspieler über 30, Marco Reus, Pierre-Emerick Aubameyang oder der zweite bereits feststehende Neuzugang Ömer Toprak von Bayer Leverkusen zählen mit ihren derzeit 27 Jahren bereits zu den Routiniers im Dortmunder Aufgebot.

Die meisten Kollegen scheinen dagegen noch lange nicht auf ihrem Leistungszenit angekommen zu sein, obwohl sie sich schon jetzt zumindest phasenweise auf einem Niveau mit den Besten in Europa bewegen.

Konkurrenzkampf wird zur Herausforderung

Selbst gestandene Bundesliga-Spieler wie Sebastian Rode oder Dortmunds Rekordtransfer Andre Schürrle müssen sich daher trotz der üppigen Ablösesummen, die der BVB für sie zahlte, häufig mit einem Platz auf der Bank abfinden.

Und genau das könnte in der kommenden Saison die größte Herausforderung für Thomas Tuchel (oder seinen Nachfolger) werden.

Bleibt der Kader zusammen, sind die Dortmunder 2017/18 auf jeder Position mindestens doppelt, teilweise sogar dreifach besetzt - und das weitgehend ohne größere Qualitätsunterschiede.

Mo Dahoud ist das fehlende Puzzlestück für die BVB-Aufstellung der kommenden Saison © Getty Images / SPORT1

Nur: Auch all die jungen Talente wollen und müssen irgendwann einmal regelmäßig spielen, um sich weiterzuentwickeln.

Aber: Auf der anderen Seite könnte der erneute Qualitätszuwachs Dortmunds entscheidendes Argument in der wohl wichtigsten Personalie des Sommers werden - Pierre-Emerick Aubameyang.

BVB kämpft um Aubameyang-Verbleib

Der Gabuner ist im Sturmzentrum unumstritten die Nummer eins, ist vielleicht der Einzige im Kader, für den die Dortmunder (noch) keinen annähernd gleichwertigen Ersatz haben.

Dass die Verantwortlichen alles dafür tun, dass er auch mit Dortmund nicht nur national, sondern auch international um Titel mitspielen kann, könnte Aubameyang trotz möglicher Mega-Angebote europäischer Top-Klubs von einem Verbleib überzeugen.

Der durch Dahouds Verpflichtung weiter angefachte Konkurrenzkampf auf den Positionen hinter ihm kann dem BVB-Torjäger schließlich nur recht sein.

Denn welches der zahlreichen Toptalente ihm die Bälle serviert, dürfte Aubameyang letztlich herzlich egal sein.

Weiterlesen