FC Bayern Muenchen v FC Rostov - UEFA Champions League
Arturo Vidal hat Verständnis für Joshua Kimmichs Unzufriedenheit © Getty Images

München - Joshua Kimmich ist beim FC Bayern wegen seiner Reservistenrolle unzufrieden. Mitspieler Arturo Vidal stärkt ihm und einem weiteren Youngster den Rücken.

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Beim FC Bayern könnte es nach fünf Pflichtspielsiegen in Folge kaum besser laufen. Für Trainer Carlo Ancelotti gibt es deshalb keinen Grund, seine Startformation in besonderem Maße zu verändern.

Arturo Vidal zum Beispiel ist überhaupt nicht mehr aus dem Mittelfeld des Rekordmeisters wegzudenken. Der chilenische Kämpfer präsentiert sich seit Wochen in bestechender Form, mit ihm auf dem Platz sind die Münchner schon seit fünf Monaten ungeschlagen.

Vidals Unverzichtbarkeit ist auch dafür verantwortlich, warum junge Spieler wie Joshua Kimmich oder Renato Sanches derzeit kaum zum Zug kommen.

Vor allem Kimmich, der unter Pep Guardiola und bei der EM in Frankreich noch groß aufspielte, findet sich mittlerweile fast ausschließlich auf der Bank wieder. Beim 3:0 gegen Eintracht Frankfurt reichte es nicht einmal zu einem Kurzeinsatz.

Eine Situation, die ihn "natürlich nicht" glücklich macht, wie der Nationalspieler anschließend verlauten ließ. Vidal hat für den Unmut des 22-Jährigen Verständnis - glaubt aber weiterhin fest an dessen Fähigkeiten.

"Junge Spieler brauchen Minuten"

"Der Trainer muss die Entscheidungen treffen. Wir haben hier sehr gute junge Spieler wie Jo und Renato, die Minuten brauchen, um sich weiterzuentwickeln. Jo spielt gerade nicht so oft, ist aber gut vorbereitet", sagte Vidal nach dem Frankfurt-Spiel im Gespräch mit SPORT1.

Kimmich stehen in der bisherigen Saison zwar 30 Pflichtspiel-Einsätze zu Buche, davon bestritt er aber nur die Hälfte von Beginn an.

Ähnlich ergeht es "Golden Boy" Renato Sanches. Für 35 Millionen Euro von Benfica Lissabon verpflichtet, hat der portugiesische Europameister lediglich 698 Minuten auf seinem Buckel.

Spätestens im Sommer sollten es mehr werden, schließlich beendet dann Mittelfeldregisseur Xabi Alonso seine Karriere. Vidal ist "traurig", weil in dem 35-Jährigen "ein außergewöhnlicher Spieler" gehe, der "problemlos" noch weitermachen könnte. 

Lob für "Trainer" Alonso

"Wir müssen seine Entscheidung akzeptieren, ihm danken und alles Gute wünschen", erklärte Vidal. Er persönlich sei Alonso "sehr dankbar", weil er in den knapp zwei Jahren an dessen Seite "sehr viel gelernt" habe.

Der erfahrene Spanier sei "wie ein Trainer" für das Team - "und wird sicherlich auch bald einer werden", glaubt sein Kollege.

Für den Moment spielt Alonso aber noch - und Youngsters wie Kimmich dürften weiter auf der Bank schmoren. Kein Wunder, dass das andere Klubs hellhörig macht. Manchester City mit Ex-Bayern-Coach Guardiola, aber auch Kimmichs früherer Arbeitgeber RB Leipzig werden als mögliche Abnehmer gehandelt.

RB-Sportchef Ralf Rangnick machte im Volkswagen Doppelpass keinen Hehl daraus, dass er den Reservisten gerne zurückholen würde: "Ich will es gar nicht pauschal ausschließen. Mir gefällt die Idee."

Vidal jedenfalls denkt nicht daran, was im Sommer im Mittelfeld der Bayern passieren könnte. Stand jetzt ist er der Meinung: "Wir sind sehr gut aufgestellt, um Xabi zu ersetzen."

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