SPORT1-Experte Thomas Strunz blickt auf das Mega-Duell in der Champions League. Leipzig und Hoffenheim gibt er Chancen, bald in der Königsklasse mitzumischen.

Hallo Fußball Freunde,

nach der Niederlage in Bremen und den bisherigen Leistungen in der Rückrunde muss RB Leipzig plötzlich wieder um die direkte Qualifikation zur Champions League zittern

Wenn du am Ende nur Vierter bist, ist klar, dass du als Spieler enttäuscht bist. Trotzdem ist RB ja immer noch ein Aufsteiger, der eine ganz hervorragende Saison spielt. Ich kann nur den Hut davor ziehen, was Leipzig geschafft hat und wie der Bundesliga-Fußball dort angenommen wird.

Es wird sich zeigen, wie die Leipziger jetzt mit der Situation umgehen. Sie werden zwischen Platz zwei und vier einlaufen - das wäre ein herausragendes Ergebnis.

Eine ähnlich starke Saison spielt die TSG Hoffenheim. Die Mannschaft hat einen Geist entwickelt und zieht diese Spielphilosophie über die ganze Saison durch. Es ist beeindruckend, dass die TSG Spieler wie Kevin Vogt, Benjamin Hübner, Kerem Demirbay und Sandro Wagner für sich gewonnen hat. 

Das Teamwork zwischen Julian Nagelsmann und Manager Alexander Rosen passt sehr gut. Da gibt es keine Differenzen. Deswegen glaube ich, dass das von Dauer sein kann. Den Verlust von Niklas Süle und Sebastian Rudy muss man auffangen. Aber wenn man international spielt, hat man gute Argumente, um neue Spieler zu verpflichten.

Wobei: Nagelsmann hat durchaus etwas zu verlieren. Wenn es schiefgeht mit dem internationalen Geschäft, dann verläuft die Karriere schon etwas anders. 

Ich glaube aber, dass er auch nächstes Jahr noch Trainer in Hoffenheim ist. Diesen internationalen Rhythmus zu fahren und sich darauf zu konzentrieren, das ist ja eine Herausforderung für alle. Man wird dann sehen, welcher große Verein dann eine Vakanz auf der Trainerposition hat.

Apropos große Klubs: Im Viertelfinale der Champions League treffen Bayern und Real Madrid aufeinander. Dabei hat Real mehr Angst vor Bayern. Ich glaube, dass Carlo Ancelotti ein Vorteil ist, weil Real denkt: 'Der weiß ja alles von uns'. Die Bayern sehe ich zum Ende der Saison deutlich stärker.

Ein Wort noch zur engen Situation im Abstiegskampf: Die Ausgeglichenheit liegt auch daran, dass die großen Klubs wie Schalke, Leverkusen und Gladbach große Schwierigkeiten haben. Die großen, ambitionierten Klubs machen das Tabellenende so spannend. 

So wie Wolfsburg. Man hat gedacht, die spielen um die europäischen Plätze. Jetzt haben sie mit einer ganz anderen Situation zu tun. Da ist extrem viel Druck. Auch der HSV und Werder Bremen müssen weiter punkten. Mannschaften wie Freiburg spielen die Saison dagegen locker durch. Das ist wirklich eine große Überraschung. 

Ex-Nationalspieler Thomas Strunz ist als Experte im Volkswagen Doppelpass tätig und wechselt sich in dieser Saison bei der sonntäglichen Doppelpass-Kolumne mit Marcel Reif und Armin Veh ab.