Bremen - Bremen landet einen Big Point im Abstiegskampf: Gegen Leipzig helfen zwei geniale Momente. Der Aufsteiger läuft seiner Form aus der Vorrunde hinterher.

Keine Leichtigkeit, kein Esprit: RB Leipzig rutscht immer mehr in eine echte Formkrise. Bei Werder Bremen verlor der Tabellenzweite am 25. Spieltag der Fußball-Bundesliga mit 0:3 (0:1) und kassierte damit bereits die vierte Rückrundenpleite (das Spiel zum Nachlesen im LIVETICKER).

Das Rennen um die Vizemeisterschaft ist wieder völlig offen - der Abstand der Sachsen auf Borussia Dortmund beträgt nur noch drei Punkte.

Ganz anders die Stimmung an der Weser: Durch ein Knaller-Tor von Zlatko Junuzovic (34.), eine Freistoß-Finte von Florian Grillitsch (59.) und einen Konter von Florian Kainz (90.) landeten die Norddeutschen den vierten Sieg aus den vergangenen fünf Spielen und verbesserten ihre Chancen im Kampf um den Klassenerhalt.

Trainer Alexander Nouri frohlockte: "Es war grundsätzlich eine sehr gute Teamleistung, ein großes Kompliment an meine Mannschaft. Wir haben unsere Fans und auch die Gastronomen in unserem Viertel belohnt."

Kurios: Alle drei Bremer Torschützen kommen aus Österreich - genau wie RB-Trainer Ralph Hasenhüttl.

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Werder ohne Kruse und Gnabry

Leipzig, ohne den gelb-gesperrten Mittelfeld-Organisator Naby Keita, ergriff zu Beginn die Initiative und kam schnell zur ersten Chance. Nach einem Ballgewinn im Mittelfeldzentrum spielte Marcel Sabitzer Stürmer Timo Werner frei. Doch der 21-Jährige, erstmals von Joachim Löw in den Kader der Nationalmannschaft berufen, scheiterte am gut postierten Felix Wiedwald (10.).

Werder fehlte es zu Beginn an Kreativität in der Offensive, was vor allem auf zwei prominente Ausfälle zurückzuführen war. Nach dem zuletzt so effektiven Max Kruse hatte auch Shootingstar Serge Gnabry mit Oberschenkelproblemen passen müssen.

Pfosten verhindert Ausgleich

Doch die Bremer bissen sich in die Partie, führten die Zweikämpfe nun im Mittelfeld aggressiver und setzten den oftmals zu fahrigen Gästen damit zu. Dennoch ermöglichte Werder RB mit einer Fehlerkette in der Abwehrreihe erneut eine Chance zur Führung - doch Emil Forsberg verzog knapp per Linksschuss (26.).

Die Führung für Werder passte Leipzig so gar nicht ins Konzept. Junuzovic hielt aus der Distanz drauf und traf - sieben seiner letzten zwölf Töre erzielte der Kapitän von außerhalb des Strafraums.

Die Grün-Weißen konnten sich nun zurückziehen und damit die Räume in der eigenen Hälfte verdichten. Dennoch schnupperte die Hasenhüttl-Elf am Ausgleich: Der bemühte Sabitzer traf aus der Drehung in der 39. Minute den Innenpfosten.

Hasenhüttl geknickt

Auch nach dem Wechsel agierte Leipzig saftlos, kraftlos, einfallslos. Hasenhüttl brachte schon in der 56. Spielminute den früheren Bremer Davie Selke, doch Werder war nun das bessere Team. Die Hanseaten zogen sich zeitweise tief zurück und bereiteten den Gästen dann bei Kontern über den quirligen Fin Bartels immer wieder Probleme.

Grillitsch schaltete dann bei einer überraschenden Fresitoß-Variante am schnellsten. Sein Tor war bereits Werders fünftes Tor nach einem Standard in Folge. "Wenn wir so weitermachen wie in den letzten fünf Spielen, sieht es gut für uns aus", analysierte der Torschütze.

RB-Coach Hasenhüttl war geknickt: "Wir erarbeiten uns das Glück momentan ein Stück zu wenig. Die ersten beiden Tore waren bitter. Wir hatten in der ersten Halbzeit gute Möglichkeiten, in der wir uns mit einem Tor hätten belohnen müssen!"

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