Mainz - Der FC Schalke feiert in Mainz zum dritten mal in einer Woche und zeigt wieder Kämpfermentalität. Ein Verteidiger geht voran und demonstriert die neue Stärke.

Die neuen Schalker "Eurofighter" haben ihre Kämpfer-Mentalität mit in die Bundesliga gebracht.

Trotz einer durchwachsenen Vorstellung setzten sich die Königsblauen am 25. Spieltag dank des Treffers von Sead Kolasinac (50.) mit 1:0 (0:0) beim FSV Mainz 05 durch. Drei Tage nach dem Einzug ins Viertelfinale der UEFA Europa League feierten die Schalker nach dem 3:0 gegen Augsburg am vergangenen Sonntag den zweiten Bundesliga-Sieg in Folge.

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Sinnbildlich für die "neue" Eurofighter-Mentalität steht Sead Kolasinac: Der Linksverteidiger sprintete aus der eigenen Hälfte los und nutze seine Mitspieler Eric-Maxim Choupo-Mouting und Guido Burgstaller als Anspielstation. Anschließend zog der Bosnier nach innen und schloß in die lange Ecke ab und zerstörte dabei das Tornetz in der Mainzer Arena, das anschließend geflickt werden musste.

Heidel lobt Kolasinac

"Das war ein typischer Kolasinac-Konter. Das ist Seo (Kolasinac, d. Red.) live. Wenn er nach vorne marschiert, ist er kaum zu halten", lobte Schalke-Sportvorstand Christian Heidel den Torschützen bei Sky. Es war bereits der dritte Treffer von Kolasinac in dieser Saison, dessen Vertrag am Saisonende ausläuft. "Mein Berater und Christian Heidel sind in Kontakt, mehr möchte ich dazu nicht sagen", gab sich Kolasinac bedeckt über den Stand der Verhandlungen. Intern habe er aber bereits seinen Wunsch geäußert, sagte der 23-Jährige.

"Wir hatten in dieser Woche drei Spiele. Es war eine Energieleistung", bilanzierte Heidel die Leistung der Königsblauen. Insgesamt war es gar das 13 Spiel in den letzten sechs Wochen. Der Treffer von Kolasinac sorgte auch für eine gelungene Rückkehr von Heidel an seine alte Wirkungsstätte. Auch wenn es keine leichte war, wie Heidel am Sky-Mikrofon zugab: "Es war schon emotional, das muss ich zugeben. Es waren ja nicht drei, vier Jahre, sondern 24." Nach dem Sieg belohnte sich Heidel selbst: "Ich werde einen Tag hier bleiben und mich mit Familie, Bekannten und Freunden treffen. Das gönne ich mir mal."

Mainz steckt im Abstiegskampf

Heidels Ex-Verein Mainz 05 ist dagegen mitten im Abstiegskampf angekommen. Mit 29 Punkten haben die Mainzer nur noch zwei Punkte Vorsprung vor dem Hamburger SV auf Platz 16.  "Es ist sehr bitter, als Verlierer vom Platz zu gehen", sagte der Ex-Schalker Danny Latza: "Wir stecken jetzt mittendrin, wir müssen das einfach annehmen." Martin Schmidt brachtedie Situation der Mainzer bei Sky auf den Punkt: "Die Situation ist jetzt noch ein bisschen enger geworden. Jedes Spiel ist bereits jetzt Abstiegskampf."

Die 30.847 Zuschauer in der Mainzer Arena sahen zu Beginn starke Schalker. Die Gäste, die im Europacup-Viertelfinale auf den niederländischen Rekordmeister Ajax Amsterdam treffen, gingen engagiert und konzentriert zu Werke. Nur ganz vorne fehlte die Durchschlagskraft, echte Torchancen konnte sich die Weinzierl-Elf in der ersten Viertelstunde nicht erarbeiten.(LIVETICKER zum Nachlesen

Die Mainzer, die auf die gesperrten Innenverteidiger Stefan Bell und Alexander Hack sowie Emil Berggreen und Karim Onisiwo verzichten mussten, waren fast ausschließlich in der Defensive beschäftigt. Nicht einmal Konter brachten die Rheinhessen zunächst zustande - zu stark war der Schalker Druck. Das änderte sich in der 19. Minute, als Jhon Cordoba zum ersten Mal für Gefahr sorgte.(Tabelle der Bundesliga)

Schalke schwächelt in Hälfte eins

Mitte der ersten Hälfte ließen die Schalker deutlich nach. Mainz kam immer besser in die Partie und bestimmte sogar das Geschehen. Die Königsblauen leisteten sich leichte Fehler, der Leistungsabfall innerhalb weniger Minuten war eklatant.(Alle Ergebnisse des Spieltags)

Eigentlich hätte Mainz gegen Ende des ersten Durchgangs in Führung gehen müssen. Doch Cordoba (37.), der gebürtige Gelsenkirchener Danny Latza sowie der starke Bojan Krkic (beide 38.) konnten die Chancen nicht nutzen. Mit dem torlosen Remis zur Pause waren die Gäste gut bedient.

Ohne große Probleme verlief in der ersten Hälfte der Arbeitstag von Referee Wolfgang Stark (Ergolding), der seit Sonntag alleiniger Rekord-Schiedsrichter der Bundesliga (339 Einsätze) ist.

Kurz nach dem Seitenwechsel brachte die erste gute Schalker Aktion in der zweiten Hälfte die Führung. Kolasinac schloss seinen Antritt gekonnt ab. Der Bosnier spielte einen doppelten Doppelpass mit Choupo-Moting und Burgstaller und schloß anschließend ab.

Nach dem Rückstand drängten die Gastgeber auf den Ausgleich. In dieser Phase hatte Schalke mehrmals Glück, war aber selbst bei Kontern gefährlich. Die größte Chance ließ Nabil Bentaleb aus, als er allein aufs Tor zulief (90.).

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