FC Schalke 04 v FC Augsburg - Bundesliga
Guido Burgstaller (l.) schnürte gegen den FC Augsburg einen Doppelpack © Getty Images

Gelsenkirchen - Bei Schalke ist die Erleichterung nach dem klaren Sieg gegen Augsburg groß. Eine Systemumstellung macht sich bezahlt. Es gibt aber auch zwei kleine Wermutstropfen.

Markus Weinzierl wirkte gelöst wie lange nicht mehr - und auch den Spielern des FC Schalke 04 war nach dem 3:0 gegen den FC Augsburg die Erleichterung ins Gesicht geschrieben.

Inmitten des deutschen Duells in der UEFA Europa League entledigten sich die Königsblauen der ärgsten Abstiegssorgen in der Bundesliga, schossen sich den Frust von der Seele und beendeten zugleich ihre Negativserie von sechs Pflichtspielen ohne Sieg.

Mit dem Erfolg gegen den Ex-Klub ihres Trainers kletterten die Gelsenkirchener auf den elften Platz und können wieder vorsichtig nach oben schauen: Der Rückstand auf die internationalen Ränge ist auf fünf Punkte geschrumpft. (Die Tabelle der Bundesliga)

Vor allem aber tankte Schalke Selbstvertrauen für das zweite Duell mit Borussia Mönchengladbach am Donnerstag (ab 19 Uhr LIVE im TV auf SPORT1, LIVE in unserem Sportradio SPORT1.fm und im LIVETICKER) und darf in dieser Verfassung trotz des unbefriedigenden 1:1 im Hinspiel auf den Viertelfinaleinzug hoffen.

"Wir haben die ersten 45 Minuten sehr stark gespielt. Riesenkompliment an meine Mannschaft. In der zweiten Hälfte haben wir gemerkt, dass wir einige Spiele in den Knochen haben. Aber ich bin dennoch sehr zufrieden", sagte Weinzierl kurz nach dem Abpfiff bei Sky.

Systemumstellung als Glücksgriff

Weinzierl setzte wie zuletzt beim Hinspiel gegen die Gladbacher Borussia in der Defensive auf eine Viererkette - was sich noch mehr als zuletzt als entscheidender Kniff herauskristallisierte.

"Ich glaube, dass es richtig war, das System zu wechseln, weil wir aktuell die Spieler dazu haben und weil wir mit dem Systemwechsel jetzt auch gut funktionieren. Man sieht auch, dass das Selbstvertrauen gibt", stellte Weinzierl zufrieden fest. 

Tatsächlich ließ der Defensivverbund mit Kapitän Benedikt Höwedes und Matija Nastasic im Zentrum sowie Sead Kolasinac und Youngster Thilo Kehrer auf den Außenpositionen gegen allerdings auch selten gefährliche Gäste - abgesehen von einigen Konzentrationsschwächen - nur wenig zu - zum Leidwesen von Winter-Neuzugang Holger Badstuber.

Die Bayern-Leihgabe verbrachte wie schon zuletzt die kompletten 90 Minuten auf der Ersatzbank.

Nach dem verpatzten Start in die Saison hatte Weinzierl auf Dreierkette umgestellt und damit für Stabilität gesorgt. Nun folgte nach der neuerlichen Schwächephase und dem Ausfall von Stabilisator Naldo die erfolgreiche Rolle rückwärts.

Der Blitzstart durch Neuzugang Guido Burgstaller, der nach nur vier Minuten die Führung erzielte, war allerdings auch Wasser auf die Mühlen der geschundenen Schalker Seele.

Nach einem Eckball des deutlich präsenter als zuletzt wirkenden Johannes Geis ließ Eric-Maxim Choupo-Moting den Ball durchlaufen auf den sich am zweiten Posten befindenden Burgstaller, der sträflich allein gelassen zum 1:0 einschieben konnte. Es war das erste Schalker Saisontor nach einer Ecke überhaupt. (Spielplan und Ergebnisse der Bundesliga)

Fährmann einmal mehr "Elfer-Killer"

Die frühe Führung brachte aber zunächst dennoch wenig Sicherheit ins Spiel der Gastgeber. Erst ein Geniestreich von Choupo-Moting, der in seinem 200. Bundesligaspiel zwei Gegenspieler stehen ließ und Burgstaller freispielte, löste den Knoten.

Als im Gegenzug Benedikt Höwedes Raul Bobadilla im Strafraum von den Beinen holte, hatte Augsburg die Chance zu verkürzen. Doch Verhaegh scheiterte mit einem schwachen Schuss vom Punkt an Torhüter Ralf Fährmann.

© iM Football

Fährmann stellte damit einmal mehr seinen Ruf als "Elfmeter-Killer" unter Beweis.

Bangen um Goretzka und Kolasinac

Nur drei Minuten später setzte sich Sead Kolasinac links durch, seine Hereingabe verwertete Daniel Caligiuri zum 3:0 - und sorgte damit für die Entscheidung.

"Das Spiel war nach den ersten 45 Minuten verloren. Bei den ersten beiden Toren haben wir einfach schlecht verteidigt. Da müssen wir ganz anders in die Zweikämpfe gehen", monierte der sichtlich bediente Gäste-Coach Manuel Baum.

Aber auch für die Schalker gab es trotz des sportlichen Befreiungsschlages zwei kleine Wermutstropfen: Nationalspieler Leon Goretzka musste kurzfristig wegen muskulärer Probleme im Oberschenkel passen, bei Kolasinac brach in der Endphase eine Wadenverletzung wieder auf.

Ihr Einsatz am Donnerstag in Mönchengladbach steht auf der Kippe.

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