Timo Horn ließ den Ball beim 2:2 durchrutschen © Imago

Köln erleidet im Kampf um einen Europa-League-Platz den nächsten Rückschlag. Trotz der erneuten Gala von Anthony Modeste springt in Ingolstadt nur ein Punkt heraus.

Auch das Comeback von Timo Horn und ein Doppelpack von Anthony Modeste haben dem 1. FC Köln nicht aus seinem Tief verholfen. 126 Tage nach dem letzten Einsatz des lange verletzten Stammtorwarts kam die Mannschaft von Trainer Peter Stöger beim vom Abstieg bedrohten FC Ingolstadt über ein mehr als schmeichelhaftes 2:2 (1:0) nicht hinaus. Horn erlaubte sich beim 2:2 einen schweren Patzer.

"Es ist natürlich schade, wenn ein Ball das Spiel kaputt macht und es am Ende zwei Punkte kostet", ärgerte sich Horn bei Sky. "Ich habe vier Monate lang so gut wie keinen Ball gefangen. Es tut mir leid für die Mannschaft, aber nächste Woche wird mir das nicht wieder passieren. Es war einfach ein Fangfehler, das kann immer mal passieren."

Köln verpasste den Sprung auf Rang sechs und verbesserte damit auch seine Chancen im Rennen um einen internationalen Startplatz nicht wesentlich. Für den Tabellenvorletzten Ingolstadt war der eine Zähler zu wenig, um im Tabellenkeller richtig Druck auf den Hamburger SV auszuüben, der auf dem Relegationsplatz steht und erst am Sonntag spielt.

"Wenn man in Ingolstadt zweimal führt, dann sollte man das Spiel gewinnen können", so FC-Coach Peter Stöger bei Sky. "Aber es war ein richtiger Schweinskick. Wir haben keine spielerischen Lösungen gefunden und waren in der Verteidigung auch nicht kompromisslos. Die Körpersprache war nicht so, wie wir uns das erhofft hatten. Das ist jetzt Trainerjob, die Mannschaft wieder in die Spur zu bringen."

Anthony Modeste erzielte einen Doppelpack © im Football

Während Modeste mit seinem Foulelfmetertor (15.) und einem abseitsverdächtigen Treffer in der 60. Minute seine Stärke unter Beweis stellte, unterlief Horn ein gewaltiges Missgeschick. Nach dem zwischenzeitlichen Ausgleich zum 1:1 von FCI-Stürmer Dario Lezcano in der 42. Minute, rutschte dem Kölner Torwart in der 69. Minute ein harmloser Schuss von Romain Bregerie durch die Hände. 

Über vier Monate nach einem Meniskusschaden hatte Horn bis dahin einen souveränen Eindruck gemacht, strahlte Ruhe und Sicherheit aus. Der Fehler überschattete aber seine Leistung. Auch das Kölner Kombinationsspiel war ungenügend und dazu fehlte zumeist das nötige Tempo. Mit einigen leichten Ballverlusten brachte sich die Stöger-Elf zudem häufig selbst in Bedrängnis.

Elfmeter sorgt für Diskussionen

In einem Spiel, das den FCI sofort optisch im Vorteil sah, sorgten die Kölner mit dem Elfmeter für den ersten Aufreger. Ingolstadts Almog Cohen hatte Yuya Osako am Strafraumrand mit dem Ellbogen am Kopf getroffen. Schiedsrichter Felix Zwayer (Berlin) zeigte ohne Zögern und trotz der Proteste der Schanzer auf den Punkt.

Die Domstädter waren bis auf Modeste in der Offensive oft nicht präsent und defensiv durchaus wacklig. Der neben Horn zweite, lange verletzte Rückkehrer Matthias Lehmann verlieh seiner Elf erst einmal noch nicht die erhoffte Stabilität. Eine gewisse Verunsicherung nach zuletzt vier Pleiten in den letzten fünf Pflichtspielen war insgesamt spürbar.

Der Abstiegskandidat aus Oberbayern war aber trotz aller Einsatzbereitschaft zunächst nicht in der Lage, daraus Kapital zu schlagen. Wie so oft war der Abschluss ein Problem bei der bislang schwächsten Heimmannschaft der Bundesliga. Der entschlossen erzielte Ausgleich von Lezcano nach sehenswertem Zuspiel von Sonny Kittel war aber dennoch verdient. 

Die Ingolstädter hatten in der Offensive nach dessen Rotsperre Mathew Leckie wieder zur Verfügung und blieben auch nach dem Wechsel zunächst die tonangebende Elf. Die erneute Kölner Führung kam wie aus dem Nichts und Modeste, der jetzt 19 Saisontore erzielt hat, stand beim Pass von Milos Jojic wohl hauchdünn im Abseits. Dann patzte Horn, verhinderte kurz danach aber mit einer Glanztat einen Rückstand. 

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