Markus Krösche (l.) wurde zusammen mit Trainer Roger Schmidt (r.) von Sportchef Rudi Völler entlassen

München - Nach dem Aus von Roger Schmidt bei Bayer Leverkusen spricht sein Assistent Markus Krösche bei SPORT1 und verrät, wie der ehemalige Bayer-Coach wirklich tickt.

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Nach dem 2:6 in Dortmund konnte selbst Rudi Völler nicht mehr wegschauen. Leverkusen zog die Reißleine, der Trainer Roger Schmidt war Geschichte unterm Bayer-Kreuz. Neuer Interimstrainer bis zum Saisonende ist Tayfun Korkut.

Mit Schmidt musste auch sein Co-Trainer Markus Krösche die Sachen packen. Der 36-Jährige hatte in den vergangenen Monaten Schmidt immer wieder als Chef vertreten, wenn dieser wegen diverser Eskapaden auf die Tribüne verbannt worden war.

Krösche: Nicht ein Grund fürs Scheitern

"Letztendlich trifft der Verein so eine Entscheidung, und wir müssen das einfach akzeptieren. In dem Geschäft ist es so, dass du damit rechnen musst, dass es auch mal zu so einer Situation kommt", sagt Krösche im Gespräch mit SPORT1.

Am Ende hätten schlicht die Ergebnisse nicht gepasst. "Es gibt nicht den einen Grund für so ein Scheitern, es ist ein Prozess und es kommen viele Dinge zusammen", meint Krösche. "Manchmal kann man es auch nicht steuern, denn wir haben genauso gearbeitet wie in den vergangenen anderthalb Jahren."

Dass sein früherer Chef zuletzt reichlich Kritik abbekommen hat, kann der langjährige Kapitän des SC Paderborn daher nicht wirklich nachvollziehen.

"Man sollte jetzt nicht nur den Fokus darauf legen, was Roger alles falsch gemacht hat. Es war nicht nur er, sondern wir als Trainergespann haben mit der Mannschaft gearbeitet."

Dass Schmidt stur und gegen gute Ratschläge immun gewesen sei, sieht sein Assistent ebenfalls anders. "Roger ist nicht beratungsresistent, wir haben alles im Team nach bestem Wissen und Gewissen entschieden."

"Schmidt absolut authentisch"

Bayer Leverkusen habe zudem gewusst, wer da wie das Zepter schwang: "Roger ist absolut authentisch, er hat sich nie verstellt. Und das ist auch gut so, denn so wurde er zu dem Trainer, der er heute ist. Er ist ein sehr emotionaler Mensch, der extrem perfektionistisch und ehrgeizig ist. In jeglicher Hinsicht."

Daher ergibt es für Krösche auch keinen Sinn, dass Schmidt sein sehr selbstbewusstes Auftreten hinterfragt. "Ich wüsste nicht, warum Roger jetzt nach der Beurlaubung groß in sich gehen und sich verändern sollte. Das hat ihn in der Vergangenheit so erfolgreich gemacht."

Letztendlich sei es so, "dass man 100 Prozent Roger Schmidt kriegt, wenn man mit ihm zu tun hat. Er wird so bleiben, kann sich gar nicht verstellen. Das ist auch sehr wichtig."

Sein Verhältnis zu Schmidt hat die Trennung von Bayer gut überstanden, auch wenn "unser Weg in Leverkusen war noch nicht zu Ende war". "Wir sind natürlich ständig im Kontakt und schauen einfach, was die Zukunft bringt. Ich hätte nichts dagegen auch beim nächsten Verein wieder an der Seite von Roger zu arbeiten."

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