Bei einer Pyro-Attacke wie dieser leben auch die Kameramänner gefährlich © Imago

Ultras von Bayer Leverkusen zünden im Derby gegen Borussia Mönchengladbach zahlreiche Pyros. Ein Kameramann und eine Ordnerin werden verletzt. Bayer reagiert.

Bayer Leverkusen hat mit Bedauern auf die Pyro-Attacken am Samstag reagiert. "Der Klub hat aber immer wieder deutlich gemacht, dass jegliche Art von Pyrotechnik, Gewalt und Diskriminierung nicht toleriert wird", ließ der Werksklub am Sonntag in einer Pressemitteilung verlauten.

Ein Kameramann der Deutschen Fußball Liga (DFL) und eine Bayer-Ordnerin waren vor dem Bundesliga-Duell zwischen Bayer und Borussia Mönchengladbach durch Pyrotechnik und Knallkörper verletzt worden.

Der Kameramann erlitt durch einen Böller, der in unmittelbarer Nähe seines Fußes explodiert war, eine Verletzung und konnte nicht mehr weiterarbeiten. Er trat allerdings später eigenständig die Heimfahrt an. Die Ordnerin erlitt ein Knalltrauma. Dies bestätigte Meinolf Sprink, Direktor Fans/Soziales beim Werksklub, dem SID.

Bis Sonntagmorgen waren noch keine Anzeigen erstattet worden, allerdings konnte Sprink nicht ausschließen, dass noch Anzeige gegen Unbekannt erstattet werde; die Ermittlungen gegen die Ultras laufen.

"Bayer 04 wird alles versuchen, die Verantwortlichen zu identifizieren und zur Rechenschaft zu ziehen", kündigte der Verein an.

Stadt Leverkusen verbietet Choreographie

Im Ultrablock der Leverkusener hatten Fans kurz vor dem Anpfiff Bengalische Feuer, Leuchtraketen und Knallkörper gezündet. Hintergrund des Pyrotechnik-Eklats war ein Protest der Ultras gegen eine durch die Stadt verbotene Choreographie in der Nordkurve der BayArena gewesen. Eine Blockfahne, die einem Brandschutz-Test unterzogen wurde, war offenbar nicht geeignet.

Die Stadt Leverkusen untersagte nach Rücksprache mit der Feuerwehr schließlich die Choreographie. Bayer hatte die Entscheidung der Stadt Leverkusen dem Fanclub "Farbenstadtinferno" am Freitag unverzüglich mitgeteilt.

Bayer muss unterdessen mit einer Bestrafung durch das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) rechnen. Sollte es eine Geldstrafe für die Rheinländer geben, könnten die Verursacher in Regress genommen werden.

Schmidt und Völler bedauern Vorfall

Leverkusens Trainer Roger Schmidt kritisierte nach dem Spiel bei Sky die Täter. "Das hat im Stadion nichts zu suchen. Das war wie ein Feuerwerk, was hier abgegangen ist, ein großes Risiko für alle. Das ist sehr schade", sagte der 49-Jährige und fügte an: "Wir hoffen, dass der Kamermann keine bleibenden Schäden erlitten hat." 

Auch Rudi Völler bedauerte den Vorfall. "Es waren sehr unschöne Szenen. Das tut uns leid und ist uns unangenehm. So etwas darf nicht passieren", sagte der Sportdirektor der Leverkusener.

Böller auch im Gladbach-Block

"Es hätte etwas Schlimmeres passieren können", ergänzte Völler: "Ich hoffe, es war das erste und letzte Mal in unserem Stadion. Pyrotechnik ist gefährlicher als viele denken und deshalb nicht erlaubt."

Das Abbrennen der Pyrotechnik und der Knallkörper war von den anderen Fans in der BayArena mit einem gellenden Pfeifkonzert und "Ultras-raus"-Rufen quittiert worden. Auch im Gladbacher Zuschauerblock waren im Übrigen nach dem Vorkommnis im Bayer-Fanbereich Böller vor Spielbeginn gezündet worden.

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