Jens Todt wird neuer Sportchef des Hamburger SV. Die Hanseaten sind sich mit dem früheren KSC-Manager und dessen Ex-Verein einig geworden.

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Der Hamburger SV hat in Jens Todt einen neuen Sportchef gefunden. Ingo Wellenreuther, Präsident von Todts Noch-Arbeitgeber Karlsruher SC, bestätigte SPORT1 die Einigung mit den Hanseaten.

"Wir werden ihn freigeben und haben da eine gute Regelung mit dem HSV gefunden, mit der glaube ich alle leben können und alle Beteiligten und der KSC zufrieden sein können", so Wellenreuther: "Deswegen wird das morgen fixiert werden."

Damit hat die scheinbar unendliche Suche des Hamburger SV nach einem neuen Sportdirektor doch noch ein Ende gefunden.

KSC bittet HSV zur Kasse

Bei SPORT1 bestätigte der neue HSV-Vorstandschef Heribert Bruchhagen die Verhandlungen, unterschrieben sei der Vertrag aber noch nicht. Nach SPORT1-Informationen soll der Kontrakt bis 2019 laufen.

Als finanzieller Ausgleich sei ein Freundschaftsspiel des HSV in Karlsruhe im kommenden Sommer angedacht, so Bruchhagen.

Bereits in den vergangenen Tagen war durchgesickert, dass der frühere Vorstandsboss von Eintracht Frankfurt den früheren Mittelfeldspieler an die Alster holen will.

Für Todt wird es ein Wiedersehen der besonderen Art. Der 46-Jährige arbeitete bereits vom 1. Juni 2008 bis zum 25. Juni 2009 als Leiter der Nachwuchsabteilung beim HSV - und trat damals nach Differenzen mit dem damaligen Vorstandschef Bernd Hoffmann zurück.

Beiersdorfer rasiert, Gernandt schmeißt hin

Beim Hamburger SV geht damit der Umbau in der Vereinsführung weiter. Nachdem Dietmar Beiersdorfer von seinen Aufgaben als Geschäftsführer entbunden wurde, trat Aufsichtsrats-Chef Karl Gernandt zurück.

"Ich bin entsetzt, mit welchen Kräften im Verein und im Aufsichtsrat die sportliche und langfristige Weiterentwicklung riskiert wird", wurde Gernandt auf der Homepage des Vereins zitiert.

Als Nachfolger von Beiersdorfer holten die Hanseaten kurz vor Weihnachten Heribert Bruchhagen. Zwischenzeitlich wurde spekuliert, ob Beiersdorfer den Posten als Sportdirektor übernimmt - doch in den vergangenen Tagen wurde klar, dass er den HSV verlassen würde.

Im Rückblick habe er es "politisch gesehen" versäumt, "mir einen Sportdirektor als Puffer zu holen", so Beiersdorfer. Im Mai hatte er Peter Knäbel von diesem Posten entlassen und bei der Nachfolger-Suche einige Abfuhren erhalten - unter anderem von Christian Hochstätter.

Todt soll mit ins Trainingslager

Auf Todt wartet viel Arbeit.

Erste Gelegenheit zum Aufbau von intensiveren Kontakten zu Trainer Markus Gisdol und den Spielern der Mannschaft, die über weite Strecken der Hinrunde von den Problemen im Umfeld oft stark verunsichert gewirkt hatte, bietet sich im Trainingslager ab Donnerstag in Dubai. Todt soll bisherigen Informationen zufolge an seinem 47. Geburtstag mit dem gesamten HSV-Tross in die Wüste fliegen.

So oder so gilt: Mit Bruchhagen und Todt hofft der Dino nun, in ruhigeres Fahrwasser zu gelangen.

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