Öffentlich stand Ex-VfL-Profi Julian Draxler nach seiner Wechsel-Posse seit Sommer am Pranger. Im Volkswagen Doppelpass bricht Ex-Kollege Marcel Schäfer eine Lanze für ihn.

Selten gab es um einen Wechsel so viel Wirbel wie um den von Julian Draxler zu Paris Saint-Germain.

Bei den Fans des VfL Wolfsburg hatte der Weltmeister bereits im Sommer jeglichen Kredit verspielt, als er in einem Interview ganz offen seine Wechselabsichten äußerte.

Mannschaftsintern kam der Affront jedoch überraschenderweise nicht so negativ an wie in weiten Teilen der Öffentlichkeit, das verriet Routinier Marcel Schäfer im Volkswagen Doppelpass.

Schäfer: "Er hat sich ehrlich verhalten"

"Ich habe kein Problem mit ihm", machte Schäfer deutlich: "Auf der einen Seite wünscht man sich immer ehrliche, mündige Spieler. Julian hat sich offen geäußert und wurde verteufelt. Dafür kann man ihn nicht verurteilen. Er hat sich ehrlich verhalten in dieser Situation."

Auch SPORT1-Experte Peter Neuruer springt dem 23-Jährigen, den er schon lange persönlich kennt, zur Seite: "Er ist ein Vollprofi, ein intelligenter und positiver Mensch."

Neururer macht andererseits aber deutlich: "Vom Taktischen her hätte er sich in der Öffentlichkeit besser verhalten müssen. Aber er wurde auch dazu genötigt, Stellung zu nehmen, weil die Absprache nicht eingehalten wurde. Und er hat das entsprechend offen gehandhabt."

Strunz: "Äußerungen kamen nicht aus dem Nichts"

SPORT1-Experte Thomas Strunz schlägt in die gleiche Kerbe: "Wenn vorher Dinge besprochen sind und dann hält sich der Verein nicht daran, ist klar, dass das zu einer Enttäuschung führt."

Strunz, der selbst auch Spielerberater ist, äußerte Verständnis: "Das sind ja junge Leute. Julians Äußerungen werden nicht aus dem Nichts gekommen sein, sondern das war ein Prozess." Die Auffassung "Draxler ist schuld" ist für Strunz "totaler Mumpitz".

Der Ex-Schalker Draxler wechselte Anfang Januar für rund 40 Millionen Euro zu PSG und erzielte in seinen ersten beiden Einsätzen bereits zwei Tore.

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