Marbella - Der Abschied von Yunus Malli kommt überraschend, gänzlich unvorbereitet trifft er Mainz 05 aber nicht. Martin Schmidt und Rouven Schröder erklären bei SPORT1 ihre Pläne.

von , Ann-Marie Herrmann

Der 1. FSV Mainz 05 steht plötzlich ohne seinen Topscorer Yunus Malli da.

"Das ging so schnell, aus der roten Jacke raus und rein in die grüne", sagte Trainer Martin Schmidt nach dem 1:1 im Testspiel gegen ADO Den Haag bei SPORT1.

So überraschend der Wechsel des 24-Jährigen zum VfL Wolfsburg am Donnerstag kam, intern hatte sich der Abschied dennoch schon etwas länger abgezeichnet.

"Er kam vor kurzer Zeit mit dem Wunsch, den Transfer zu realisieren, auf uns zu. Wir haben uns dementsprechend mit Wolfsburg auseinandergesetzt", erklärte Mainz' Sportlicher Leiter Rouven Schröder im Gespräch mit SPORT1: "Am Neujahrsabend haben die ersten Gespräche stattgefunden, dann wurde es sehr konkret und am 2., 3. und 4. Januar ganz präzise verhandelt und durchgeführt."

Bereits im vergangenen Winter baggerte Borussia Dortmund an dem Mittelfeldregisseur, doch die Mainzer verweigerten Malli damals die Freigabe.

"Als Verein muss man überlegen, welches Risiko man geht", sagte Schröder und verwies auf den Leistungsabfall Mallis in der Rückrunde der Vorsaison. Dieses Risiko wollte der 41-Jährige nicht nochmals eingehen: "Es sind Abwägungsgründe, deswegen haben wir entschieden ihn gehen zu lassen."

Mainz schaut sich auf dem Markt um

12,5 Millionen Euro brachte der Deal den Rheinhessen. "Wir haben jetzt schnell entschieden, weil es für uns auch wirtschaftlich gepasst hast", sagte Schröder.

Dank des Geldsegens könnten die Mainzer auch noch mal auf dem Transfermarkt tätig werden. "Wir sind immer auf dem Markt unterwegs", sagte Schröder. "Wir loten aus, was geht und was nicht. Aber wir haben noch Zeit, das Transferfenster ist noch lange offen."

Trainer Schmidt sieht im Abgang des mit sechs Saisontoren und sieben Vorlagen erfolgreichsten Mainzers auch etwas Positives.

Schmidt: "Chance für alle anderen"

"Wir müssen uns jetzt neu aufstellen, das ist für alle anderen im Kader und fürs Team immer eine Chance. Es werden viele darum kämpfen, sich in den Vordergrund zu schieben. Ich bin gespannt, wie das Team darauf reagiert", sagte der Schweizer. "Wir sind nicht unvorbereitet getroffen worden und wir werden gucken, was wir in den nächsten zwei, drei Wochen noch machen werden."

Zugleich warnte Schmidt: "Wir sollten nicht so blauäugig in die Saison gehen und sagen, wir können das schon auffangen, wenn der beste Scorer weg ist. Da müssen wir schon wachsam sein und uns gut auf das vorbereiten, was uns im Frühjahr noch erwartet."

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