Mönchengladbach und Gelsenkirchen - Der FC Schalke 04 hat in der Winterpause personell noch einmal nachgelegt. Dennoch bleibt der Angriff weiterhin das große Sorgenkind bei den Königsblauen.

von

Die Winterpause in der Bundesliga endet am Freitag - welche Klubs zeigen im neuen Jahr ein anderes Gesicht?

SPORT1 blickt jeden Tag auf einen Klub, bei dem es in der Pause größere Veränderungen gab. Heute: Schalke 04.

- Welche Schwachstellen hat die Hinrunde offenbart?

Fehlende Konstanz gepaart mit Verletzungsproblemen sorgten für eine Achterbahnfahrt. Zunächst der katastrophale Fehlstart, dann die zwischenzeitliche Aufholjagd, ehe Schalke am Ende des Jahres die Puste ausging. Aus zwischenzeitlicher Zuversicht wurde so wieder Ernüchterung, mit nur 18 Punkten stehen die Königsblauen so schlecht da wie seit 18 Jahren nicht mehr.

Die holprige Suche nach dem richtigen System schien zunächst erfolgreich abgeschlossen, doch die zahlreichen Personalprobleme kann der Kader nicht mehr auffangen. Deshalb hatte Weinzierl Verstärkungen gefordert - und bekam sie.

- Wer kam?

Für den Angriff wurde Guido Burgstaller vom 1. FC Nürnberg geholt, für die Defensive Holger Badstuber bis zum Sommer vom FC Bayern ausgeliehen. Zwei typische Heidel-Transfers, die die Baustellen aber nicht komplett schließen können.

Bei Zweitliga-Stürmer Burgstaller ist das Risiko mit einer Ablöse von 1,5 Millionen Euro überschaubar, auch wenn der Österreicher mit 27 Jahren nicht mehr als Talent durchgeht. Er gilt als Malocher, als Kämpfer und zeigte beim Club seine Fähigkeiten als Knipser (33 Tore in 63 Spielen).

Auf Schalke muss Burgstaller allerdings eine Etage höher auf Anhieb funktionieren. Zeit für eine behutsame Integration gibt es nicht.

Auch nicht für Badstuber, mit dem Schalke aber nicht viel falsch machen kann. Auch wenn ihm bei der peinlichen Generalprobe gegen Chemnitz anzumerken war, dass er noch nicht bei 100 Prozent ist: Ist der Ex-Nationalspieler fit, ist er auf jeden Fall eine Verstärkung.

- Wer ging?

Für den Dauer-Edelreservisten Sidney Sam wurde endlich eine Lösung gefunden, er wurde an Darmstadt ausgeliehen. Das ehemalige Schnäppchen (kam für 2,5 Millionen Euro aus Leverkusen) entpuppte sich seit Sommer 2014 als großes Missverständnis. Der Ex-Nationalspieler soll sich beweisen, neue Motivation tanken, denn im Sommer kehrt er, Stand jetzt, zurück.

Rechtsverteidiger Junior Caicara wurde gleich ganz abgegeben, für rund drei Millionen Euro an den türkischen Erstligisten Basaksehir. Der 27-Jährige war nie über die Rolle des Ergänzungsspielers hinausgekommen.

- Ist Schalke für die Rückrunde jetzt besser aufgestellt?

Zunächst kaum, vor allem nicht für eine Dreifachbelastung. Was vor allem daran liegt, dass sich die Verletztenliste nur unwesentlich verkürzt hat. Die Lage in der Defensive um den in der Vorbereitung angeschlagenen Kapitän Benedikt Höwedes entspannt sich zum Start etwas, aber vor allem der Angriff bleibt weiter ein großes Problem.

Franco Di Santo, Klaas-Jan Huntelaar und Breel Embolo fehlen verletzt - und dass Kamerun Torjäger Eric Maxim Choupo-Moting aktuell noch die Freigabe für S04 verweigert, verschlimmert die Lage im Sturm weiter.

Der diesjährige Afrika Cup kommt für Schalke ohnehin zur Unzeit. Nabil Bentaleb und Nachwuchsstürmer Bernard Tekpetey sind dort im Einsatz, Abdul Rahman Baba kehrte mit einer wohl schweren Knieverletzung vorzeitig zurück. Gut möglich, dass Heidel also noch einmal kurzfristig reagieren wird. Shinji Okazaki wäre für die dezimierte Offensive eine mögliche Lösung.

Personell bleibt es also problematisch, die Form in der Vorbereitung gibt auch nur wenig Anlass zu Optimismus und die Ausgangsposition mit Platz elf könnte sowieso besser sein.

Heißt: Der Druck ist auf Anhieb wieder da. Für einen Angriff auf die europäischen Plätze benötigt Schalke mal wieder eine Siegesserie. Die Heimspiele zum Auftakt gegen Ingolstadt (Sa., ab 15.30 Uhr LIVE in unserem Sportradio SPORT1.fm und im LIVETICKER) und Frankfurt werden die Richtung vorgeben.

Weiterlesen