Ingolstadt - Dennis Diekmeier verursacht nur Sekunden nach seiner Einwechslung einen Elfer - bezeichnend für den Hamburger SV in Ingolstadt. Gisdol und Todt schlagen Alarm.

51 Sekunden war Dennis Diekmeier auf dem Platz, bevor er den Ingolstädter Pascal Groß unsanft von den Beinen holte und damit dem miserablen Auftritt des Hamburger SV die Krone aufsetzte. Dabei sollte der 27-Jährige nach seiner Einwechslung eigentlich die Wende gegen den FC Ingolstadt einleiten, doch mit seiner dummen Aktion sorgte er für das Gegenteil.

Ingolstadts Almog Cohen verwandelte den Elfmeter sicher zum 3:0 und besiegelte damit die Niederlage der Hamburger (Ticker zum Nachlesen). Diekmeiers Ausrede nach dem Spiel: Er habe seinen Gegner "null gesehen".

Todt: "Es hat heute nichts gestimmt"

Diekmeiers Verhalten ist dabei symptomatisch für einen HSV, der durch das 1:3 (0:2) im Kellerduell beim FC Ingolstadt wieder in die Krise rutscht. Sportchef Jens Todt machte aus seiner grenzenlosen Enttäuschung deshalb erst gar keinen Hehl. "Wir haben gesehen, wie Abstiegskampf geht, aber leider nicht von uns. Es hat heute nichts gestimmt. Das war ein herber Rückschlag, der Druck wird größer", sagte Todt nach einer indiskutablen Leistung seines HSV mit finsterer Miene.

Dabei sollte 2017 in Hamburg alles besser werden - mal wieder. Vorstandschef Heribert Bruchhagen hatte noch vor dem Start ins neue Jahr von zwei "Königsspielen" gegen den VfL Wolfsburg (0:1) und in Ingolstadt gesprochen. Doch nach zwei Pleiten stehen die Hamburger nicht nur auf einem direkten Abstiegsplatz, sondern stecken wieder mitten in einer veritablen Krise (Tabelle der Bundesliga).

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HSV "mit dem Rücken zur Wand"

Trainer Markus Gisdol kündigte vor den schweren Spielen gegen Leverkusen und in Leipzig "klare Worte" an. "Die erste Halbzeit ist so nicht zu tolerieren. Der eine oder andere hat die Erfolgsphase im Dezember wohl falsch gedeutet und gedacht, dass in der Rückrunde alles von alleine läuft. Das ist nicht der Fall. Da werde ich konsequent einhaken", betonte er, zumal der HSV "mit dem Rücken zur Wand" stehe.

Doch dies ist seinen Spielern offenbar nicht bewusst. Mit Kampf, Willen und einfachen spielerischen Mitteln behielt der FC Ingolstadt die Oberhand. "So dürfen wir nicht weiterspielen. Jeder für jeden muss wieder das Wichtigste sein, sonst wird es eng", sagte Dennis Diekmeier. Kritik an der Einstellung übte auch Winterzugang Mergim Mavraj. Man müsse von den Jungs "erwarten, dass jeder Verantwortung übernimmt. Es wird schwer, wenn das nur einige tun."

Groß
Pascal Groß brachte die Ingolstädter mit einem sehenswerten Schuss in Führung © iM-Football

Die Schanzer hatten so leichtes Spiel. Pascal Groß (14.) gelang mit einem sehenswerten Schuss die Führung, Markus Suttner (22.) legte mit einem abgefälschten Freistoß nach, ehe Almog Cohen per Foulelfmeter (47.) für die Vorentscheidung sorgte. Dass Gotuko Sakai noch das 1:3 gelang (63.) - geschenkt. "Da müssen wir auch nichts schönreden", moserte Todt.

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