Gladbach im Check
Max Eberl (r.) setzt seine Hoffnungen auf den neuen Trainer Dieter Hecking (l.) © SPORT1-Grafik: Eugen Zimmermann/Getty Images/iStock

Mönchengladbach - Nach dem Trainerwechsel soll bei Borussia Mönchengladbach alles besser werden. Die Vorbereitung aber offenbarte: Probleme bleiben. Der SPORT1-Check.

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Die Winterpause in der Bundesliga endet am Freitag - welche Klubs zeigen im neuen Jahr ein anderes Gesicht?

SPORT1 blickt jeden Tag auf einen Klub, bei dem es in der Pause größere Veränderungen gab. Heute: Borussia Mönchengladbach.

Welche Schwachstellen hat die Hinrunde offenbart?

Viele. Kurz zusammengefasst: Eine wacklige Defensive, eine harmlose Offensive, fehlende Führungsspieler, dazu mangelndes Selbstbewusstsein - fertig ist die Verstrickung in den Abstiegskampf.

Eine weitere Schwachstelle war Trainer Andre Schubert, der einen nicht unerheblichen Anteil an dem sportlichen Sturzflug hatte und deshalb am 21. Dezember gehen musste.

Wie hat Gladbach personell reagiert?

Gladbachs wichtigster "Transfer" war deshalb ohne Frage die Verpflichtung von Dieter Hecking, um die genannten Schwachstellen auszumerzen.

Von ihm haben sich die Verantwortlichen neue Impulse, Ansätze und Ideen erhofft, einen neuen Ton, neue Motivation und einen frischen Wind. Was ein neuer Trainer halt so mitbringen sollte. Dazu soll er der Mannschaft wieder Stabilität und Ordnung verleihen, neues Selbstbewusstsein einimpfen. Was ein neuer Trainer in der aktuellen Situation eben so machen sollte.

Verpflichtet wurde im Winter lediglich Timothee Kolodziejczak vom FC Sevilla, der die anfällige Defensive verstärken soll. Der Franzose saß in der Hinrunde bei den Spaniern allerdings meist nur auf der Bank, ihm war in der Vorbereitung die fehlende Spielpraxis deutlich anzumerken.

Was hat Hecking bislang bewirkt?

Dass mit dem neuen Trainer auch ein neuer Zug drin ist, bestätigten nach dem Trainingslager alle Beteiligten. Die Stimmung war gelöst, Tatendrang zu spüren, zarte Euphorie kehrte zurück, gesunder Konkurrenzkampf blühte.

Ein blamabler Auftritt beim Telekom Cup ließ Hecking und Manager Max Eberl aber relativ ratlos zurück. Dass die Mannschaft Heckings Vorstellungen schnell umsetzen kann, erscheint fraglich.

Der neue Mann testete das von ihm favorisierte 4-2-3-1 genauso wie das Schubert-System 3-5-2 oder die Favre-Variante 4-4-2. Die Ideallösung gefunden hat er aber offenbar noch nicht. Auf dem Transfermarkt zuschlagen wird Eberl im Normalfall allerdings nicht mehr.

Hecking bekam immerhin einen kleinen Vorgeschmack darauf, wie schnell auch er unter Druck geraten könnte, wenn die erhoffte Wirkung genauso schnell verpuffen sollte, wie sie eingesetzt hat.

Ist die Mannschaft für die Rückrunde jetzt besser aufgestellt?

Gut aufgestellt war sie personell im Grunde in der Hinrunde schon. Und das ist sie angesichts der ohne Frage vorhandenen Qualität damit auch in der Rückrunde. Zumindest auf dem Papier. Das auf den Platz zu bringen, ist Heckings große Aufgabe.

Aber auch die der Spieler. Denn die Zeit für Ausreden ist vorbei, hinter Schubert und Floskeln können sie sich nicht mehr verstecken. Sie müssen liefern, Verantwortung übernehmen und ihr Potenzial abrufen. Am besten so schnell wie möglich.

Vorheriger Check: VfL Wolfsburg

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