Markus Gisdol und Emir Spahic
HSV-Coach Markus Gisdol (l.) hat beim HSV einen Vertrag bis 2017, die Zeit von Emir Spahic in Hamburg ist dagegen zu Ende © Imago

München - Emir Spahic wird beim Hamburger SV freigestellt. Der Spieler und sein Berater schweigen. SPORT1 blickt zurück auf die Zeit des Bosniers bei den Rothosen.

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Emir Spahic hat sich wohl endgültig ins Aus befördert.

Nachdem sich der Hamburger SV am Dienstag von ihm trennte, bleibt einmal mehr ein negatives Bild von dem Bosnier im Gedächtnis.

Der Innenverteidiger spielt nun auch in den Planungen von HSV-Coach Markus Gisdol keine Rolle mehr und wurde von den Hanseaten freigestellt.

Spahic-Berater: Kein Kommentar

Der Berater von Spahic und auch der Spieler wollten sich auf SPORT1-Nachfrage nicht dazu äußern.

Rückblickend bleibt die Erkenntnis, dass die Zeit bei den Rothosen für Spahic von Beginn an unter keinem glücklichen Stern stand.

Schon die Verpflichtung von Spahic im Juli 2015 verwunderte Fans und Experten - nur drei Monate zuvor war der Abwehrspieler bei Bayer Leverkusen nach einer Schlägerei mit einem Ordner freigestellt worden.

HSV-Bosse verteidigen den Wechsel

Natürlich wurde der Wechsel in die Hansestadt damals von den HSV-Bossen verteidigt und positiv dargestellt, indem man die Stärken und Vorzüge des Spielers in den Vordergrund stellte.

Natürlich war Spahic ablösefrei. Natürlich brachte Spahic viel Erfahrung mit - und es fiel natürlich auch der Satz von der zweiten Chance.

Genutzt hat er diese offenbar nicht, wie die aktuelle Entscheidung nahelegt.

Während Spahic in der vergangenen Saison unter Trainer Bruno Labbadia noch 26 Spiele absolvierte, hatte der Bosnier im Verlauf der Hinrunde der aktuellen Saison unter Gisdol keinen Stammplatz mehr, war zudem auch aus nicht-sportlichen Gründen stets umstritten.

Spahic polierte sein Rüpel-Image in schöner Regelmäßigkeit auf: Er geriet durch teaminterne Handgreiflichkeiten mit Mannschaftskollegen in die Schlagzeilen - im Dezember 2015 mit Pierre-Michael Lasogga, im März 2016 mit Josip Drmic.

Gisdol mag keine Eskapaden

Eskapaden, mit denen Gisdol nichts anfangen kann. Für den 47-Jährigen steht der Leistungsgedanke über allem, er ist bekannt für seine Gradlinigkeit und Ehrlichkeit.

Schon zu seiner Zeit in Hoffenheim sagte er dem damaligen TSG-Torwart Tim Wiese klar und deutlich, dass er nicht mehr mit ihm plane - und erntet dafür inzwischen sogar Respekt von Wiese selbst.

Nun ereilte Spahic dasselbe Schicksal - nach eineinhalb Jahren HSV, die weder für den Spieler noch für den Verein jemals so richtig zufriedenstellend verliefen.

Sein erstes Ligaspiel für den HSV bestritt Spahic am 1. Spieltag der Saison 2015/16. Es setzte eine 0:5-Auswärtsniederlage beim FC Bayern.

In der Folge etablierte sich Spahic in der Stammformation, so dass die Verantwortlichen im Mai 2016 die Vertragsverlängerung bis 2017 bekanntgaben. Die kritischen Stimmen rund um den Volkspark verstummten deshalb aber nicht - und sie sollten Recht behalten.

"Veränderungsprozess" für Gisdol

"Wir haben hier in den vergangenen Wochen einen Veränderungsprozess innerhalb des Kaders angeschoben", begründete Gisdol das zu diesem Zeitpunkt überraschende Aus für Spahic.

"Dieser Prozess beinhaltet nun unter anderem, dass wir künftig ohne Emir Spahic planen und es demzufolge für das Beste halten, wenn die Wege von Verein und Spieler sich trennen."

Wohin Spahic' Reise geht, ist vorerst offen. Die Tür in der Bundesliga dürfte für Spahic aber erst mal zu sein.

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