München - Der nahende Doppel-Deal mit Niklas Süle und Sebastian Rudy ergänzt den FC-Bayern-Kader sinnvoll - und könnte Vorbote für weitere große Personalien sein.

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Es kann natürlich ein Zufall sein, dass sie genau jetzt durchsickert, die Sache mit Niklas Süle, Sebastian Rudy und dem FC Bayern München. Wahrscheinlich allerdings ist es nicht.

Beim Rekordmeister hat es ja eine gewisse Tradition, im Vorfeld wichtiger Liga-Gipfel Signale der Stärke zu senden, auch und gerade auf dem Transfermarkt.

Und wenn man wenige Tage vor dem Duell mit RB Leipzig (Mi., ab 19.30 Uhr LIVE in unserem Sportradio SPORT1.fm und im LIVETICKER) schon nicht vermelden kann, einen RB-Spieler an der Angel zu haben, dann muss eben diese Nachricht reichen: Dass es zwei begehrte deutsche Nationalspieler demnächst nach München zieht.

Und nicht zu den aufstrebenden Bullen aus Leipzig oder sonstwohin.

FC Bayern will im Sommer zugreifen

Dass die beiden Hoffenheimer zur kommenden Saison das FC-Bayern-Trikot tragen sollen, zeichnet sich immer deutlicher ab: Nach SPORT1-Informationen soll Rudy Anfang 2017 einen Dreijahresvertrag unterschreiben, bei Süle (Vertrag bis 2019) wird noch um die Ablöse gerungen.

Alexander Rosen, Manager von 1899, hat den Poker im SWR schon mehr oder weniger deutlich eröffnet ("Irgendwann kommt sicher ein Moment, in dem Niklas Süle weiterzieht. Ob das im Sommer ist oder in zwei Jahren, wird man sehen").

Geht alles glatt, hätte der FCB zwei Neuzugänge im Sack, die nicht nur als Muskelspiel vor dem Leipzig-Duell Sinn ergeben.

Süle ein Abwehrmann der Zukunft

Der 21 Jahre alte Olympia-Held Süle ist eine perfekte Ergänzung für das Abwehr-Duo Jerome Boateng und Mats Hummels.

Es bekommt einerseits kurzfristige Entlastung durch einen der besten jungen Verteidiger des Landes, andererseits einen potenziellen Erben: Boateng wie Hummels gehen ja mittlerweile auch schon auf die 30 zu, ebenso wie der ewig verletzungsgeplagte dritte Mann Holger Badstuber.

Dass der 1,94-Meter-Mann Süle - von Hummels als "richtig guter Innenverteidiger mit massenhaft Potenzial" geadelt - für die Bayern interessant wurde, ist da wenig überraschend. Deutlich weniger überraschend als die Personalie Rudy.

Rudy als potenzieller Lahm-Erbe

Der 26 Jahre alte Allrounder ist zwar schon seit fünf Jahren für Bundestrainer Joachim Löw im Einsatz. Nicht wenige schreiben das allerdings eher Löws Faible für Südwest-Klubs als Rudys Qualitäten zu.

Der Griff der Bayern nach dem früheren Stuttgarter macht aber deutlich, dass wohl doch etwas mehr dahinter steckt.

Rudy hat sich zu einem Fixpunkt im Hoffenheimer Spiel entwickelt, er ist technisch stark, flexibel und hat auch in Sachen körperliche Präsenz und Spielverständnis zugelegt.

Was den Bayern außerdem entgegen kommt: Er kann auch als Rechtsverteidiger agieren und ist damit neben Rafinha (eben bis 2018 verlängert) und Joshua Kimmich eine weitere Alternative für die Position von Philipp Lahm.

Die Indizienkette, dass dieser schon im Sommer Schluss macht, wird immer länger.

Vorbote für Nagelsmann?

Ein weiterer spannender Aspekt der Geschichte: Bayerns Transfer-Pläne mit Rudy und Süle sind ein Ritterschlag für Hoffenheim-Coach Julian Nagelsmann - nicht der erste, übrigens.

Die Bayern wollten Nagelsmann schon einmal als U17-Trainer ins Boot holen, der sich andeutende Transfer-Doppelschlag ist ein klares Zeichen, dass sie seine Arbeit schätzen. Wie die Süddeutsche Zeitung berichtet, attestieren sie Nagelsmann, dass speziell Süle sich unter ihm "extrem entwickelt" hätte.

Gut möglich, dass die Bayern sich daran erinnern werden, wenn irgendwann einmal die Nachfolge von Carlo Ancelotti zu klären ist.

Nagelsmann dürfte jedenfalls zu den drei deutschsprachigen Kandidaten zählen, über die Bayern laut Präsident Uli Hoeneß "nachdenken muss". Namentlich genannt hat er aus aktuellem Anlass einen anderen: Ralph Hasenhüttl von RB Leipzig.

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