Uli Hoeneß verrät Gedankenspiele, die gegen eine Rückkehr ins Präsidentenamt beim FC Bayern sprachen. Die wichtigste Meldung des Jahres erhielt der Patron schon im Januar.

Seit November ist Uli Hoeneß wieder Präsident des FC Bayern. Allerdings gab es für den 64-Jährigen mehrere Denkansätze, um sich nicht zur Wahl zu stellen.

So erklärte Hoeneß der tz: "Ohne unsere Mitglieder wäre ich zu dieser Wahl ja gar nicht mehr angetreten. Hätten sie mich 2014 auf der außerordentlichen Mitgliederversammlung nicht so gefeiert, hätte ich mich diesem Jahr gar nicht mehr zur Wahl aufgestellt. Dieser Abend hat das Tor geöffnet für meine erneute Bewerbung um das Präsidentenamt."

Dennoch stand für den Bayern-Patron zunächst die Zeit in der Haft an. Auch dabei überdachte Hoeneß die Entscheidung, ob er nochmal Präsident des Deutschen Meisters werden wollte.

"Die allerwichtigste Meldung in diesem Jahr"

Im Januar 2016 erhielt er dann die Nachricht, dass der Antrag zur Halbierung der Haftstrafe angenommen wurde und er ab März wieder auf freiem Fuß war.

"Das war für mich persönlich die allerwichtigste Meldung in diesem Jahr. Denn nur diese Entscheidung hat dazu geführt, dass ich mich im Herbst wieder als Präsidentschaftskandidat des FC Bayern aufstellen konnte", berichtete Hoeneß.

Wäre die Strafe nicht halbiert worden, hätte Hoeneß bis Oktober im Gefängnis bleiben müssen - zu spät, um sich einen Monat später als Präsident wählen zu lassen. "So hatte ich von März an viel Zeit, den Leuten zu zeigen, dass ich wieder zurück bin und gesundheitlich und körperlich in der Lage bin, dieses Amt erneut auszuüben."

"Den Mitgliedern gehört der Verein"

Hoeneß bedankte sich auch für die überwältigende Mehrheit von 98 Prozent der Mitglieder, die ihn am 25. November zum Präsidenten wählten. "Bei einem Ergebnis von 60 oder 70 Prozent wäre ich sicher sehr nachdenklich geworden. Aber diese unglaubliche, überwältigende Mehrheit hat mich unheimlich stolz gemacht."

Die Wichtigkeit der Mitglieder werde Hoeneß auch seinen Spielern in Erinnerung rufen. Es sei wichtig, "dass wir unsere tägliche Arbeit für die Fans tun, denen wir dienen müssen. Den Mitgliedern gehört der Verein, den Zuschauern unsere Gunst."

Hoeneß: Bayerns Vorherrschaft bleibt

Auch zum Jahresende hatte er Grund zum Feiern, da die Münchner nach dem 3:0 gegen RB Leipzig als Tabellenführer in der Bundesliga überwintern.

"Alle Beteiligten wussten genau, wenn wir dieses Spiel nicht gewonnen hätten - vor allem in dieser deutlichen und dominanten Art und Weise - dann hätten wir keine ruhigen Weihnachtsferien haben können. Hinter RB Leipzig in die Winterpause zu gehen, wäre in der Öffentlichkeit nicht gut angekommen."

Den Versuch des Aufsteigers, an der Vorherrschaft der FC Bayern zu kratzen, "haben wir in aller Deutlichkeit zurückgewiesen."

Leipzig geht mit drei Punkten Rückstand als Zweiter in die Restrunde.

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